Allerheiligen/Allerseelen und das Totenbrauchtum 2

Das Brauchtum der Feste Allerheiligen/Allerseelen
Es ist bei der Beliebtheit vieler Heiliger verwunderlich, daß das Allerheiligenfest kein Brauchtum hervorgebracht hat, wäh¬rend das Fest Allerseelen von reichem Brauchtum umgeben war und ist. Die Fas-zination des Todes, die Furcht vor den Qualen des Fegfeuers oder gar der Hölle, auch wohl eine tief im Menschen verbor¬gene Angst vor den »umgehenden«, unerlösten Toten…, haben das Brauchtum ausgebildet und die Faszination der Hei¬ligen zurücktreten lassen.
Zwar gibt es in den verschiedenen Land¬schaften Gebildbrote, die »Allerheiligen- laibl«, »Allerheiligenspitzl« oder (häufi¬ger) »Allerheiligenstrietzel« genannt werden – aber sie sind ausnahmslos Ge¬dächtnisgaben für die »Armen Seelen«, sind Opferspeise für sie (»Seelenwek- ken«), gehören also zum Allerseelen¬brauchtum.
Die tragende Mitte des Allerseelenbrauch¬tums ist die Eucharistiefeier zum Gedächt¬nis der Toten: das Requiem (so genannt nach den Eingangsworten: »Requiem ae- temam dona eis domini« = »Ewige Ruhe gib ihnen, o Herr«), das ja auch die Mitte des kirchlichen Begräbnisritus’ ist. Einige Texte des heute üblichen Requiems finden wir bereits im 7. Jahrhundert. Die liturgi¬schen Bücher boten allerdings bis ins hohe Mittelalter verschiedene Formulare für Totenmessen an. Seit dem 12. Jahrhundert setzte sich ein Einheitsformular durch, das durch das Tridentinum verbindlich wurde. Die Liturgiereform unserer Zeit gibt wie¬der größeren Spielraum (nicht zuletzt in den Lesungen). Die mehrstimmige Verto¬nung des Requiems geht in das 15. Jahr¬hundert zurück. Die Farbe der Meßge¬wänder war früher schwarz, heute ge¬wöhnlich violett.
Früher wurden (vor allem in einigen Ge¬genden Süddeutschlands) beim Requiem des Allerseelentages die Namen der Toten der Gemeinde verlesen, die »seit einem Menschenalter« gestorben waren – eine in manchen Gemeinden scheinbar endlose Reihe, bei der aber Name um Name den Lebenden die Vergänglichkeit des Irdi-schen vor Augen stellte – ein ergreifendes »Memento mori!«
Ein Gräbergang am Nachmittag des Aller¬heiligenfestes ist schon 1578 bezeugt. Wahrscheinlich ist der Brauch viel älter. Jedenfalls hat schon immer das Totenge¬denken mit dem Abend des Allerheiligen¬tages begonnen. Der uns schon bekannte Schloßkaplan Schlicht erzählt: »Es schlägt sechs Uhr und horch! sofort ertönen die vier sämtlichen Glocken des Pfarrkirchenturms und läuten in drei Absätzen eine ganze Stunde lang in Nacht und Land hinaus. An jedem andern Tag würde beim Glocken¬schall in so ungewohnter Nachtstunde das Dorfvolk aus den Häusern stürzen und atemlos fragen: >Wo brinnts denn?< Am Allerseelenabend nicht, vom gerechten und barmherzigen Vaterentzündet, die peinvol¬le Flamme lodert, aus welcher ein Vater, eine Mutter, ein Kind, ein Verwandtes um Hilfe ruft. Darum, sowie die Glocken ihr vierstimmiges Mahnwort anheben, schlägt der bayerische Dorfwirt das Faß zu, räumt seine Zechstube aus und sperrt die Türe: die Allerseelenstunde ist zu heilig, auch die leichtsinnigsten Vögel müssen heute um die frühe Zeit nach Hause.« Die Gräber werden geschmückt, und das »Seelenlicht« wird aufgestellt, das den Al¬lerseelentag über brennt (heute oft an vie¬len Tagen des Jahres). In gotischer Zeit standen auf den Friedhöfen steinerne Lichtsäulen, die für alle Toten brannten. Aber diese Form des Lichterbrauchs ver¬schwindet später und macht den Lichtem auf den einzelnen Gräbern Platz. Das Licht ist Sinnbild des »ewigen Lichtes«, das den Verstorbenen leuchten möge. Die Gräber werden vom Priester und von den Gläu¬bigen mit Weihwasser besprengt.
Der Brauch, am Fest Gebildbrote zu ver¬schenken, ist offenbar weit verbreitet.
»Seelenbrote werden überall gebacken«, sagt Gräfin Schönfeldt lakonisch. Viele volkskundliche Arbeiten erwähnen solche Brote. Hergestellt wird einmal Zopfge¬bäck aus geflochtenem Teig; aber auch »Stuckgebäck«, dessen einzelne Teile leicht zu brechen (und auszuteilen) sind. In einigen Teilen der Oberpfalz (Landkreis Tirschenreuth) gibt es »Totenbrote«, die der Form menschlicher Knochen nachge¬bildet sind.
Es ist umstritten, welche Wurzeln solche Bräuche haben. Das Backwerk könnte (so¬fern es Zopfgebäck war oder ist) ein Rest alter heidnischer Haar-Totenopfer sein. Viele Jahrhunderte des Christentums hin¬durch hat sich ja die Sitte erhalten, für die Toten Speisen auf die Gräber zu tragen und dort gelegentlich ein gemeinsames Mahl zu halten. Die Brote in Knochen¬form stellen jedoch primär ein eindringli¬ches »memento mori« dar.
Ursprünglich wurden im Christentum wohl Brotspenden als Opfer für die Toten dargebracht. Auf Abt Odilo von Cluny soll die Sitte zurückgehen, an den Festen Allerheiligen und Allerseelen den Armen Brot und Wein (also die eucharistischen Gaben) zu schenken. Bald aber ver¬schenkte man sie an Arme und Reiche unterschiedslos, offenbar mit der Aufla¬ge, für die Toten zu beten. In Basel werden im 15. Jahrhundert Stiftungen erwähnt »pro panibus super sepulchro ipso ponendis et postea pauperibus ero- gandis«. Überhaupt hat das (oft dreiste) »Erbitten« solcher Brotgaben durch die (nicht immer) Armen eine lange Tradition (wobei man nur hoffen kann, daß auch die Gebete für die Toten nicht vergessen wurden). Ähnliches hat sich bis heute erhalten, wenn die Tauf- oder Firmpaten ihren Täuflingen oder Firmlingen solche (oft überdimensionalen) Strietzel u.a. schenken.

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Allerheiligen/Allerseelen und das Totenbrauchtum

Entwicklung und Theologie des Allerheiligenfestes
Ein Fest zu Ehren aller heiligen Märtyrer gibt es nach dem Zeugnis des Heiligen Chrysostomus (gest. 407) schon im 4. Jahrhundert. Der Festtermin war in den Teilkirchen des Orients unterschiedlich. Das Fest wurde am 13. Mai, am Oktavtag von Pfingsten oder am Freitag nach Ostern begangen. »In Rom finden sich Spuren aller drei Termine, bis sich schließlich der 13. Mai als Tag der Weihe des Pantheons zu einer Basilika der hei¬ligen Jungfrau Maria und aller Märtyrer durchsetzte (609 oder 610).« Das Fest im heutigen Sinne, als Tag des Gedächt¬nisses aller Heiligen, ist zunächst wohl insularen Ursprungs und setzte sich im 9. Jahrhundert auch in den übrigen Kirchen des Westens durch. Initiator der Feier dieses Festes am 1. November war wohl Alkuin, der es vor allem im Salzburger Gebiet durchsetzte. Das Fest hatte Vigil und Oktav, die heute weggefallen sind. Die »streitende« Kirche auf Erden ge¬denkt in diesem Fest der »triumphieren¬den« Kirche: der Heiligen in ihrer Voll¬endung. Dabei macht die (Eigen-) Präfation deutlich, daß nicht nur die ka¬nonisierten Heiligen gemeint sind, son¬dern alle »verstorbenen Brüder und Schwestern, die schon zur Vollendung gelangt sind«. So steht nicht irgendwel¬cher Kult der Heiligen im Mittelpunkt des Festes, sondern die Erlösungstat des Kyrios, die sich wunderbar in seinen Heiligen manifestiert hat. Sie sind Glieder seines verherrlichten Leibes, und so geht jede Bitte um Fürsprache »letzten Endes« an diesen verklärten Leib Christi in seiner Vollendung.

Entwicklung und Theologie des Allerseelenfestes
Es ist urmenschliche Gepflogenheit, der Toten zu gedenken. Das war bei Christen nicht anders. Seit dem 2. Jahrhundert sind bereits Gebete für Verstorbene nachzuwei¬sen, wobei das Gedenken bald Eingang in die Eucharistiefeier findet. Auch die alten Totenmähler am Grab werden bald mit der Eucharistie verbunden. Das Gedächtnis am 3., 7., 30., 40. Tag nach der Beisetzung oder am Jahrestag des Todes werden von der jungen Kirche gemäß vorchristlichem Brauch übernommen. Im 7. Jahrhundert schreibt Isidor von Sevilla seinen Mönchen vor, am Tag nach Pfingsten für die Verstor¬benen die Eucharistie zu feiern. Ähnliche Gedächtnisse finden sich danach in vielen Klöstern. Für den 2.11. ordnet der große Abt Odilo von Cluny (994-1048) ein fest¬liches Gedächtnis aller Toten für seinen Klosterverbund an. Unter dem überrragen- den Einfluß Cluny s verbreitete sich das Fest bald. Die ins 15. Jahrhundert zurückrei¬chende Gepflogenheit, an diesem Tage dem Priester (wie sonst nur am Weihnachtstage) zu gestatten, drei Heilige Messen zu zele¬brieren, wird 1915 von Benedikt XV. auf die ganze Kirche ausgedehnt.
Es ist sinnvoll, daß die Gemeinde auch der Toten gedenkt. Ihre Gebete und Für¬bitten, die Feier der Eucharistie für die Toten sollen helfen, daß der Tote, durch die Läuterung (Fegfeuer) hindurch, seine (ihm gemäße) Vollendung in Gott findet. Dabei ist auch der Gedanke an den eigenen Tod gegenwärtig. Dieses »Memento mo- ri« soll aber nicht von Furcht überschattet sein. So hat die Kirche im neuen Ritus des Festes das düstere »Dies irae, dies illa« als Sequenz nicht mehr übernommen: Der Tag soll von gläubiger Auferstehungs¬hoffnung getragen sein.

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Das Erntedankfest und sein Brauchtum 3

Exkurs: Der Abtrieb von der Alm
Hier soll eines besonderen Brauchs zum Emtedank gedacht werden: des Almab¬triebs. Er ist zwar auf die Gebiete be¬schränkt, in denen es Almwirtschaft gibt, aber gerade der Abtrieb von der Alm ist durch das Fernsehen und nicht zuletzt auch durch die Urlauber bekannt geworden. Manchmal sind es Hunderte von Schau¬lustigen, die an den Wegen stehen, auf welchen Sennerinnen und Senner am Ende des Almsommers mit ihren bekränzten Kühen dem heimatlichen Hof zustreben.
Wenn während der Almzeit (regional ver¬schieden von Juni bis September) keine Seuche unter dem Vieh ausgebrochen ist und kein Stück sonstigen Schaden (Ab¬sturz etc.) genommen hat und wenn im Hause des Almbauem kein Todesfall ein¬getreten ist, so werden die Kühe (Kälber) und Stiere bekränzt. Dieser »Kranzl-Schmuck« (regional ver¬schieden gestaltet) besteht aus Latschen¬oder Fichten-(Föhren-)Wipfeln, deren Zweige oft nach oben gebogen und am Stamm befestigt werden/1 Diesen »Fuikln« werden »Sterne« und Rosetten (Rösln) o.ä.aus eingefärbten Holzspänen (»Gscha- bert-Bandln«) aufgesteckt, die noch mit Blatt- oder Rauschgold (heute meist mit Goldbronze) verziert werden. Große Fuikln haben etwa 200, kleinere bis zu 50 solcher Sterne oder Rösln… Manche davon haben (wie Kometen) einen Schweif aus längeren Holzspänen. Dazu tragen die verschiede¬nen Tiere (je nach der Rangordnung) ihre größeren oder kleineren Glocken.
Mit dem Herstellen dieses Schmucks darf erst am Tag des Heiligen Bartholomäus (24. August) begonnen werden. Am Tag des Abtriebs wird der (sehr prächtige oder einfache Schmuck) den Tieren aufgebun- den, entweder schon beim Verlassen der Alm oder vor dem letzten Wegstück zum heimatlichen Hof.
Das »Kranzin« ist ein alter Emtedank- brauch, der heute – da viele Bauern ihr Vieh mit Vieh-Lastwagen zur Alm und wieder nach Haus fahren – leider immer mehr zurückgeht, wenn ihn nicht – neben einigen traditions- und brauchtumsbewu߬ten Bauern – Heimatvereine, Fremdenver¬kehrsvereine… erhalten. Früher (selten noch heute) wurde vor dem Beginn des Abtriebs ein Gebet gesprochen, wurden alle Tiere vom Senner oder der Sennerin mit Weihwasser besprengt. Der Brauch verblaßt, obwohl doch die Sennerinnen (wie etwa auf der Kallbrunn-Alm bei Lo- fer und vielen Almen im Berchtesgadener Land) sich an jedem Samstag während der Almzeit am Almkreuz treffen, um den Rosenkranz zu beten und obwohl jeder Geistliche hochwillkommen ist, der mit den Sennerinnen und Sennern die Eucha¬ristie feiert. Vielleicht ist hier eine Rück¬besinnung möglich, die zum Wiederbele¬ben des schönen Brauches führt. Denn mit dem Brauch geht ein Stück alten Kul¬turerbes der Bergwelt verloren und ein gut Teil bodenständiger Frömmigkeit.

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Das Erntedankfest und sein Brauchtum 2

Das Brauchtum des Festes
Erntebräuche gab es früher in verwirren¬der Vielfalt. Viele davon waren vom Ge¬danken der Bitte an Gott für eine gute Ernte und vom Dank für diese Ernte ge¬prägt. Hier kann nur auf wenige (je nach Landschaft oft sehr verschiedene) Bräuche hingewiesen werden. Vor dem ersten Schnitt wurden im Got¬tesdienst die Emtegeräte gesegnet; vor dem »ersten Schlag« machte man das Kreuzzeichen über Sense und Ähren. Ge¬legentlich knieten alle am Feldrand nieder und beteten für das Gelingen der Ernte. Die erste Fuhre – manchmal, wie die letz¬te, geschmückt – mußte ohne Streit und Lärm heimgefahren werden. In manchen Orten bekamen die Armen den Ertrag die¬ser ersten Fuhre.
In der Pfalz wurde der erste Erntewagen vor die Kirche gefahren, der Geistliche begrüßte sie. In der Oberpfalz besprengte man die erste Fuhre – wie die Scheune – mit Weihwasser. Ebenso waren die letzten Halme und die letzte Fuhre von besonde¬rem Brauchtum umgeben.
Am Ende der Ernte wurde eine Erntekro¬ne aus geflochtenen Ähren und bunten Bändern (gelegentlich auch mit Blumen verziert) dem Hofherm übergeben. Ein fröhliches Erntefest schloß sich an.
Im Zeitalter der Mähdrescher und des Kunstdüngers ist von all dem wenig ge¬blieben. Im Mittelpunkt des Festes steht heute die Eucharistie, die mit besonderer Feierlichkeit umgeben ist. Im Chor oder an einem der Seitenaltäre… sind – festlich geschmückt – die »Früchte des Feldes und der Gärten« aufgebaut, die in manchen Gemeinden nach dem Gottesdienst an Al¬tenheime, Heime für Obdachlose etc. ver¬schenkt werden. Eine Erntekrone oder Erntekränze bilden die Mitte der aufge¬bauten Gaben.
In steigendem Maße trägt der »Emtedank- altar« aber auch die »Früchte« des Hand¬werks und der am Ort ansässigen Indu¬striezweige. Und gelegentlich fand ich un¬ter den Gaben ein Buch, damit auch die Früchte geistiger Arbeit in den Emtedank einbezogen würden.
Und wenn an den Festtagen ein schönes, aufgeschlagenes Exemplar der Heiligen Schrift auf dem Altar liegt, so ist der Dank deutlich, den die Gemeinde an diesem Tage auch für die Frucht des Wortes Gottes sagt. Am Emtedanktag sollte vor allem in den Gottesdiensten (als Dank für die von Gott geschenkten Gaben) unserer Verantwor¬tung gegenüber der Schöpfung gedacht werden. Es müßte deutlich werden, daß uns zwar die Herrschaft über die Natur gegeben ist (Gen 1,26-28; Ps 8), daß sie aber an unsere Berufung zum »Ebenbild Gottes« (Gen 1,26) gebunden ist, so daß wir im Sinne, in der Intention Gottes die Welt zu gestalten haben. Nach Gen 2 hatte der Menschjadie Aufgabe, den »GartenEden« (das Paradies) zu bebauen und zu pflegen, ihn also über die »adamah«, die ungestal¬tete Erde, auszubreiten. Der Mensch – das sollten wir ehrlich anerkennen – hat das zu einem Teil getan, wenn er aus den wilden Grasarten kostbares Getreide züchtete, aus wilden Obstsorten herrliche Edelfrüchte; wenn er aus der Wildrose den Inbegriff der Herrlichkeit, die Edelrose, hervorgehen ließ. Er hat es auch getan, wenn er wunder-bare Landschaften aus der Wildnis form¬te… Aber er hat in ungezügeltem Egoismus diese Schöpfung auch an den Rand des Ruins gebracht. Hier hat Emtedankbesin- nung einzusetzen.
Dazu sollte deutlich werden, daß der Mensch nach dem Schöpferwillen Gottes zum Frieden mit aller Kreatur aufgerufen ist, daß Gott in der Urzeit diesen »Scha- lom« aller Wesen gewollt hat. Er hat ja nach Gen 1,29 f. dem Menschen als Nah¬rung das Obst und das Getreide zugeteilt, nicht aber – und das ist die Pointe dieser Schriftstelle – das Tier. Erst nach dem kosmischen Sündenfall, der die Sintflut auslöste, wird dem Menschen auch das Tier als Nahrung zugewiesen.
So bleibt ein Wissen um die uralte (von Gott gewollte) Verbundenheit aller Kreatur, die einmal in der Endzeit zutage treten wird (Jes 11,1 ff. und Röm 8,19 ff.). Über das rechte Verhältnis zu Tier und Umwelt könnte bei Emtedankgottesdien- sten nachgedacht werden.
Die katholische und die evangelische Landjugendbewegung bemühen sich seit Jahren sehr um das Wiederaufleben alter, guter Erntebräuche.

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Das Erntedankfest und sein Brauchtum

Zur Theologie und zur Entwicklung des Festes
Einen (früh ritualisierten) Dank für die Ernte gibt es, solange es Menschen gibt. Nichts war ja weniger selbstverständlich, als die Erde mit Hacken oder Pflügen aufzureißen, Körner in sie zu säen und die Erde zu zwingen, Ernte zu bringen. Im großen Chorlied der Antigone wird noch die Angst vor dem Frevel deutlich, den der Mensch dabei begeht.
So war der Mensch voll ehrfürchtigen Dankes auch für die kleinste Ernte. Ern¬tefeste waren in der Antike, vor allem bei den Römern, verbreitet. Die bedeutendsten Feste des Judentums, die drei Wallfahrts¬feste, waren primär Erntefeste: für Gerste, Weizen und Wein.
Die Kirche tat sich schwerer mit einem besonderen Tag des Emtedanks. Einerseits waren der Grund für ein christliches Fest die magnalia dei, die Heilstaten Gottes in Christus, so daß ein christliches Ernte¬dankfest den Rahmen sprengte; anderer¬seits wurden schon früh am Ende des (heute ersten) Kanons bei den Worten: »Per quem haec omnia, domine, semper bona creas, sanctificas, vivificas, benedi- cis et praestas nobis« die mitgebrachten Naturalien geweiht (als Eulogien), die je nach der Jahreszeit verschieden waren, so daß alle Emtegaben in solche Eucharistia einbezogen wurden und sich ein eigener Erntedank zu erübrigen schien.
Dennoch: Wir bitten im Herrengebet auch um das tägliche Brot, um die Ermögli¬chung irdischer Existenz, so daß »Freude und Dank im Blick auf die Ernte auch im Leben der Christen Daseinsberechtigung und Anspruch auf Berücksichtigung im Festkalender« haben.
So hat schon Papst Leo I. (440-461) in seinen Quatemberpredigten vor allem die Herbst- und Winterquatember mit dem Gedanken eines Emtedanks verbunden. Das Mittelalter kannte Votivmessen zum Emtedank, bei denen die Erntegabe ge¬segnet und das Tedeurn gesungen wurde. Ein eigenes Fest als Dankfest für die Ernte wird nicht erwähnt. Bis heute hat unser Fest, das nach dem Beschluß der Deutschen Bischofskonferenz am ersten Sonntag im Oktober begangen wird, als Meßformular (nur) das der alten Votiv¬messe.
Dabei sind die »Präsidialgebete« von be¬sonderem Interesse. Im 1. Tagesgebet wird die Verpflichtung deutlich, daß der wahre Dank für die Gaben darin besteht, mit ihnen den Notleidenden zu helfen. Das 2. Tagesgebet bittet um die »Früchte deiner Gnade« und stellt so den Erntedankgedan¬ken in größeren Kontext, da die Emtega- ben zu Symbolen solcher »Früchte der Gnade« werden. So wird folgerichtig im Schlußgebet um die »ewigen Güter« ge¬beten, »welche die Erde nicht geben kann«.

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Das Kirchweihfest und sein Brauchtum 3

Das Kirchweihfest war früher das »belieb¬teste und vielseitigste Fest des Bauern, ein Gemeinde- und ein Familienfest« (Sartori). Es hat heute viel von seiner einstigen Be¬deutung verloren. Immer noch wird aber ein feierliches Amt für die Lebenden und Tötender Gemeinde gefeiert. Dabei sollten gerade an diesem Tag die einzelnen Grup¬pierungen der Gemeinde den Gottesdienst mitgestalten. Die Krankenkommunion sollte mit diesem Fest verbunden werden und ein Besuch der Gräber. An einem der Abende (Samstag, Sonntag oder Montag) wird im Wirtshaus gefeiert und der Kirch-weihtanz getanzt. Und die Kinder können ihre Lebkuchenherzen und andere Lecke¬reien an einer Kirmesbude kaufen. Kirchweih sollte als Fest der Gemeinde ge¬feiert werden. So könnte (wenn es die Jah¬reszeit erlaubt) das Pfarrfest auf diesen Tag gelegt werden. Vorträge über den Pfarrpa- tron wären am Nachmittag sinnvoll. Wo es Volkstanzgruppen in der Gemeinde gibt, sollte ein Volkstanz für diesen Tag einge¬plant werden. Ein gutes Essen ist am Fest ebenso zu begrüßen, wie die gemeinsame Feier mit dem Kirchweihtanz, weil ja auch sie die Gemeinde zusammenführt. In jüng-ster Zeit werden zum Beginn des Festes von der Jugend oder von Vereinen wieder Kirchweihbäume aufgestellt. Das ist zu be¬grüßen. Solche »Bäume« könnten eine Fi¬gur des Kirchenpatrons tragen. Und es soll¬te in Ansprachen aufgewiesen werden, welche Bedeutung solche Bäume mit der angehängten Kirchweihfahne hatten und haben sollten.
Wenn v. Geramb schreibt: »Es ist…klar, daß es sich bei der Pflege des Kirchweih¬festes vor allem um zwei Dinge wird han¬deln müssen: um seine Befreiung vom Wirtshaus dadurch, daß man das Fest mehr und mehr auf Dorfplatz und Waldwiese zurückführt und um die Bereicherung der Spiele, Tänze, Reigen und sonstigen guten Volksbelustigungen«, so ist moderne Ro¬mantik deutlich, die von der Realität längst eingeholt ist. Sicher hat v. Geramb ein be¬rechtigtes Anliegen, wenn er sagt, das Fest müsse »entalkoholisiert« werden, um es nicht mehr zu einem Zerrbild eines Festes werden zu lassen. Aber das sollte kaum in einem (unrealistischen) Alkoholverbot enden. Nach wie vor sind Bier und Wein Gottesgaben, die »des Menschen Herz er¬freuen«. Es kann also nur um die »Kunst des Maßes« gehen; und hier ist in den Ge¬meinden viel zu leisten, gerade in einer Zeit hoher Suchtgefährdung. Feiern der Pfarr- gemeinde haben offenbar Leitfunktionen.

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Das Kirchweihfest und sein Brauchtum 2

Die Entwicklung des Festes
Es ist nach dem bisher Gesagten kaum verwunderlich, daß die Urkirche zunächst keinen Ritus einer Kirchweihe ausbildete. Eine »Kirche« wurde »geweiht« durch die Eucharistie, die in ihr gefeiert wurde. So ist es bei Eusebios und noch in der Zeit des Papstes Gregor des Großen (um 600) bezeugt. Wenn ein heidnischer Tempel in ein christliches Gotteshaus umgewandelt wurde, besprengte man (als Lustration) die Wände mit Weihwasser. Offenbar hat man schon früh (4. Jahrhun¬dert) Reliquien in die Kirche übertragen, vor allem Reliquien des (der) Heiligen, dem (denen) die Kirche geweiht war.
Im 6. Jahrhundert ist eine Altarweihe in Gallien bezeugt. Das II. Konzil von Nizäa schreibt 787 die Beisetzung von Reliquien in jedem Altar vor, so daß sich Altarweihe und Reliquienübertragung verbinden.
Die Altarweihe wird in einem komplizier¬ten Entwicklungsprozeß allmählich zum heutigen Ritus der Kirchweihe ausgebaut. Die älteste Erwähnung eines Kirchweihfe¬stes finden wir bei der Pilgerin Ätheria am Ende des 4. Jahrhunderts. Sie berichtet von einem Weihefest der Anastasis (der Gra¬bes- und Auferstehungskirche) in Jerusa¬lem. Nach dem Bericht kommt das Fest im Rang den Hochfesten Ostern und Epipha¬nie gleich. In Rom ist ein Kirchweihfest im 5. Jahrhundert nachzuweisen, vielleicht be¬reits im Anfang jenes Jahrhunderts. Ursprünglich feierte jede Gemeinde den Jahrestag der Weihe ihres Gotteshauses (natalis ecclesiae). Heute gibt es für viele Gemeinden einen gemeinsamen Kirch¬weihtag, der am Sonntag nach dem Weihetag der Lateran-Basilika in Rom (der »ma- ter omnium ecclesiarum«) gefeiert wird (»Allerweltskirchweih« oder »Landkirch¬weih«). Oft wird in Gemeinden nun zwei¬mal Kirchweih gefeiert, wobei allerdings nur ein Fest »festlich« begangen wird. Wo die Kirche einem Fleiligen gewidmet ist, wird oft der Jahrestag dieses Heiligen zum »Kirchweihfest« der Gemeinde.

Das Brauchtum des Festes
Das Kirchweihfest ist der Tag der Ge¬meinde im Kirchenjahr. So liegt (oder sollte hegen) der Akzent auf all dem, was Gemeinde bildet, zumindest in Erschei¬nung treten läßt. Das Fest dauerte wenig-stens 2 Tage (Sonntag und Montag), oft aber war der Dienstag noch Kirchweihtag. Heute ist der Montag zwar normaler Ar¬beitstag, hat sich aber vielfach am Abend noch Tanz etc. bewahrt.
Den Mittelpunkt des Festes bildete immer die Eucharistiefeier für die Lebenden und Toten der Gemeinde, eine Eucharistie, die besonders festlich begangen wird. Nach einer Pastoralverfügung des Mainzer Erzbischofs K. Joseph von Erthal vom 23.3.1781 sollte am Kirchweihmontag »ein Seelenamt für die abgestorbenen Stif¬ter und Wohltäter, für die verstorbenen Pfarrer, Eltern, Freunde und Verwandten und für alle im Herrn verstorbenen Pfarr- genossen« gefeiert werden. Daran sollte sich nach dem Willen des Erzbischofs ein Gräbergang anschließen. Nach Stonner ist dieser Brauch in ganz Deutschland geübt worden. Er ist heute ganz zum Allerheiligen-/Allerseelenfest abgewandert.
Wie sehr man früher am Kirchweihfest (vom Grundgedanken her zu Recht!) auch der Toten gedacht hat, zeigt der Brauch der sogenannten »Goldenen Stunde«. Sie war vor allem in Böhmen bekannt. Die jungen Paare tanzten am Kirchweihmontag am Vormittag oder kurz nach dem Essen. Dann überließ man den Tanzsaal den Verstorbe¬nen, für die im Musikantenchor eine Kerze brannte. Solange sie brannte, war »Goldene Stunde«, in der man die Toten anwesend glaubte, um an der Festfreude der Lebenden Anteil zu nehmen.«
Früher war mit dem Fest auch die Kirmes, der Jahrmarkt, verbunden. Überhaupt war Marktzeit. Die Marktfahne wurde als Zei¬chen der Markthoheit gehißt, aus der die Kirchweihfahne wurde, die dann den Na¬men »Zachäus« erhielt. Während sie wehte, war der »Marktfriede« geboten, was auch Eingang in die Rechtsbücher gefunden hat. So heißt es im Bayerischen Landrecht: »Wir ordnen und wollen, daß vüran bei allen Versammlungen des Volkes, mit gan¬zem Emst Fried zu halten geboten (ist), auch das zu einem Anzeigen von Stund an einFähnlein öffentlich auf gesteckt werden, dabei ein jeder den Fried erkennen und sich deshalben nit entschuldigen möge.. .« Immer war das Kirchweihfest (Kirchtag, Kerwe, Kelb, Kilbe, Kirbe, Kirwa, Kir- ta…) mit dem Besuch der Verwandten verbunden, mit großen Gelagen und nicht zuletzt mit Tanz (der häufig in Raufereien ausartete). In vielen Gemeinden gibt es bestimmte Kirchweihkuchen oder Gebild- brote zum Fest.

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Das Kirchweihfest und sein Brauchtum

Zur Theologie des Festes
»…durch die Kirchweihe (dedicatio) wird ein Kirchengebäude zum heiligen Ort«, sagt das LThK. Das Heilige gewinnt Raum in dieser Welt, wobei allerdings das Heilige (das fanum) sich abzugrenzen scheint ge¬gen daspro-fanum, das »vordem Heiligen« liegt. Hier verbirgt sich eine theologische Brisanz, die meistens kaum erkannt wird. Das 2. Buch Samuel des Alten Testamentes berichtet, daß David, der größte König Israels, Gott einen Tempel bauen will (7,1 ff.): »Ich wohne in einem Haus aus Ze- demholz, die Lade Gottes aber wohnt in einem Zelt«. Nathan, der Prophet am Hofe des Königs, stimmt dem Plan begeistert zu. Aber in der Nacht ergeht an ihn das Wort des Herrn: »…geh zu meinem Knecht David und sag zu ihm: So spricht der Herr: Du willst mir ein Haus bauen, damit ich darin wohne? Seit dem Tag, als ich die Israeliten aus Ägypten heraufgeführt habe, habe ich bis heute nie in einem Haus gewohnt, sondern bin in einer Zelt¬wohnung umhergezogen. Habe ich… je gefragt: Warum habt ihr mir kein Haus von Zedernholz gebaut?« (7,4 ff.) Wir dürfen aus diesem Herrenwort die Ver¬dichtung der Bedenken aller Gerechten und Frommen in Israel hören. Die Gna¬denzeit Israels war die Zeit der Wüsten¬wanderung (die jährlich im Laubhüttenfest erinnert wird). Gott wohnte hautnah unter seinem Volk. Das Heilige Zelt – aufgebaut und abgebrochen – dokumentierte die ständige Gegenwart Gottes. Würde ein Tempel Gott nicht eingrenzen? Würde die Frömmigkeit sich nicht auf diesen Tempel zentrieren – und alles andere profan wer¬den?
David war klug genug, den Tempel nicht zu bauen. Erst Salomo – in seiner Größe und Bedeutung stets überschätzt – setzte den Tempelbau durch. Im großen Weihe¬gebet aber wird die Problematik noch einmal deutlich: »Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wieviel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe… Halte deine Augen of¬fen über diesem Haus bei Nacht und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, daß DEIN NAME hier wohnen soll…« (1 Kön 8,27 ff.).
Hier ist die Gefahr deutlich. Noch war alles theologisch stimmig: Gottes Name (ha Sehern) und seine Schechina, sein Glanz, seine Herrlichkeit, seine Wirkmacht, soll¬ten sich im Tempel als dem Ort der unmit¬telbaren Gottesbegegnung verdichten. Aber in der Folgezeit »wohnte« Gott immer mehr in seinem Haus – die Kluft zwischen dem Heiligen und dem Profanen wurde im¬mer größer, oft unüberbrückbar. Die Gemeinde des Neuen Testamentes, die Urkirche, feierte ihr Bruder- und Herren-mahl zunächst in Privathäusem, später in besonders ausgestatteten Räumen dieser Häuser. Als die Kirche Staatskirche wurde und ihren Siegeszug antrat, wurden die er¬sten Gotteshäuser gebaut, ohne daß eine theologische Problematik deutlich gewor¬den wäre. Das lag an einem Verständnis des Gotteshauses, wie es etwa im 1. Petrusbrief grundgelegt war: »Kommt zu ihm, dem le¬bendigen Stein, der von den Menschen ver¬worfen, aber von Gott auserwählt und ge¬ehrt worden ist. Laßt euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft…«(2,4 f.). Bis heute klingt solche Deutung in der Ora- tion des Kirchweihfestes an:
Erhabener Gott,
du erbaust dir aus lebendigen
und erlesenen Steinen ein ewiges Haus.
Mache die Kirche reich an Früchten des
Geistes,
den du ihr geschenkt hast,
und laß alle Gläubigen in der Gnade
wachsen,
bis das Volk, das dir gehört,
im himmlischen Jerusalem vollendet
wird.
Ähnlich sagen die Präfationen des Festes: »Denn du erbaust dir einen Tempel aus lebendigen Steinen.« Und: »Denn du er¬baust uns zum Tempel des Heiligen Gei¬stes… Im sichtbaren Bau erkennen wir das Bild der Kirche, die du zur Braut deines Sohnes gewählt hast.«
Das Gotteshaus (nicht umsonst wird es wie die Gemeinde auch Kirche genannt) ist also (nur) Symbol der Gemeinde, in deren Mitte der Herr ist. Wenn wir uns im Gotteshaus versammeln, so ist Gemein¬de um den Herrn gegenwärtig. Und der Herr ist im Gotteshaus, wie er unumgrenzt in der Gemeinde gegenwärtig ist.
Sicher ist das der primäre Sinn des Gottes¬hauses. Ein anderer klingt an. Denn Jahwe sprach ja zu Mose: »Leg deine Schuhe ab, denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Bo¬den« (Ex 3,5). Wo Gott das Opfer seines Sohnes gegenwärtig setzt, seinen Tod und seine Auferstehung, ist sicher auch ehr¬furchtgebietender, heiliger Boden. Und so mag neben dem faszinosum Gottes auch sein tremendum im heiligen Raum deutlich werden. Aber es wäre verhängnisvoll, sol¬che Sicht von der ersten zu lösen oder sie gar zur primären Sicht zu machen.

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Das Fest der Himmelfahrt Mariens und sein Brauchtum 6

Aufgrund solcher Sinngebung des Brau¬ches sollten vorwiegend Heilkräuter zum Krautbund gebunden werden. Die gewähl¬ten Kräuter sind dann Hinweis auf die vie¬len anderen Pflanzen, die (wie die geweih¬ten) ihre Kräfte des Heilens haben. Die Wahrung der Tradition (die zu jedem Brauchtum gehört) und die Achtung vor den Vorfahren sollten uns die Kräuter wäh¬len lassen, die schon früh zum Krautbund gehörten und in den meisten Landschaften ausgewählt wurden. Das sind wenigstens zum Teil auch Pflanzen, die in sehr großer Zahl bis heute wachsen (wie etwa Rainfarn oder Beifuß, wie Schafgarbe und Kamille), so daß sie unbedenklich für die Krautbunde gepflückt werden können.
Zu den Heilkräutern können Blumen ge¬bunden werden, die auch seltener gewor¬dene Pflanzen im Krautbund ersetzen. So kann an die Stelle der Königskerze eine Sonnenblume treten oder (im Hinblick auf die Gottesmutter) eine besonders schöne Rose. Überhaupt aber werden Blumen den Krautbund bunt und phantasievoll ma¬chen.
Nun ist es vor allem in der Stadt sehr schwer, einen Krautbund zusammenzu¬stellen. Es bleiben Möglichkeiten, den Brauch trotzdem zu pflegen:
• Bei Ausflügen und Wanderungen… können wenigstens einige der Heilkräu¬ter gesammelt und mit Blumen zu einem Bund zusammengestellt werden. Dabei können durchaus auch getrocknete Blu¬men zum Krautbund verwandt werden (obwohl das die Ausnahme sein sollte).
• Wenigstens das eine oder das andere Heilkraut könnte in einem »Kräuter- gärtlein« auf dem Balkon oder als Teil des Blumenfensters gezogen werden, um dann mit Blumen den Krautbund zu bilden.
• Eine Zusammenarbeit der städtischen Pfarreien mit dörflichen Gemeinden, welche die Kräuterweihe pflegen, mü߬te möglich sein. Die Weihe könnte auf einen günstigen Zeitpunkt gelegt wer¬den (manche Pfarreien ziehen am Nach¬mittag oder am Abend des Festes zu nahegelegenen Kapellen oder Bild¬stöcken, um dort in einem Wortgottes¬dienst die Kräuter zu weihen), so daß auch Städter daran teilnehmen können. Von vielen Vereinigungen (Frauen¬bund, Landvolk. KAB, Jugend) wer¬den kleine Krautbunde angeboten, de¬ren Erlös einem guten Zweck dient.
Wenn der Brauch ringsum nicht ge¬pflegt wird oder eine Teilnahme an Weihegottesdiensten nicht möglich ist, sollten Eltern von ihrer Segensvoll¬macht Gebrauch machen. Gesammel¬te Kräuter und Blumen können mit dem
Segensgebet des kirchlichen Benedik- tionale (S. 65) gesegnet und mit Weih¬wasser besprengt werden. Das Segens¬gebet lautet:
V.: Der Name des Herrn sei gepriesen!
A.: Von nun an bis in Ewigkeit.
V.: Lasset uns beten:
Herr, unser Gott,du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben und sie in den Himmel aufgenommen. An ihrem Fest danken wir für alle Wunder deiner Schöpfung. Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude.
Segne + diese Kräuter und Blumen. Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens. Schenke uns auf die Fürsprache Ma¬riens dein Heil. Laß uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir gelangen und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung, die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit.
A.: Amen. (Danach werden die Kräuter mit Weihwasser besprengt).
Im Gespräch mit Kindern, Gästen… könn¬te der Sinn der Segnung deutlich gemacht werden.
Man kann den Krautbund an eine der Türen des Hauses (innen) hängen oder man stellt ihn zum Hauskreuz oder zu den Bildern der Toten der Familie.

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Das Fest der Himmelfahrt Mariens und sein Brauchtum 5

Auch diese Pflanze »schützte gegen bösen Zauber und gegen die Hexen«. »Tausend¬güldenkraut, du nimmst mir meine Braut«, klagt der Teufel in einer unterfränkischen Sage. Mit einem Kranz solcher Pflanzen kann man in der Walpurgisnacht die He¬xen sehen usw.
Die Legendenbildung lag vom Namen her nahe. So wird in Variationen erzählt von dem Mann, der bei unheilbarer Krankheit zu Gott fleht und der 1000 Gulden gelobt, wenn er gesund wird. Ihm erscheint ein Engel und weist ihn auf das Tausendgül¬denkraut hin (und auf seine eingegangene Verpflichtung), worauf er geheilt wird und (hoffentlich) sein Versprechen hält. Das Kraut (so bitter, daß es auch »Erd¬galle« hieß) war ein Mittel gegen Magen¬leiden und gegen Blutkrankheiten. Pfarrer Kneipp empfiehlt es gegen alle Leber- und Nierenleiden und gegen alle Magenbe¬schwerden.
Die Pflanze gehört im Ermland und in Westfalen, im Elsaß und in der Pfalz, in Bayern und Österreich zum Krautbund.

Das Eisenkraut (Verbena officinalis)
Wir haben oben von ihm gesprochen. Das Eisen wurde – daher der Name – durch nichts so gut gehärtet wie durch den Saft dieses Krautes. A. v. Perger aber führt den Namen des »Isenkrutes« auf die Wortwur¬zel is = hart, zäh zurück, da die Stengel dieser Pflanze sehr zäh seien. Nach H. Carl soll der Saft des Krautes die Kraft haben, die Wunden, die das Eisen geschla¬gen hat, zu heilen.
Auch dieses Kraut war als antidämoni¬sches Mittel bekannt. Es machte vor Schlangen und Hexen sicher und schützte selbst gegen den Blitzschlag. Nach Plinius benutzen die Gallier es zum Wahrsagen »und die magi treiben wahren Unsinn da¬mit«. Aber er schreibt auch: »Keine Pflan¬ze erfreut sich in Rom einer größeren Berühmtheit, als das >heilige Kraut<. Und es ist bekannt, daß römische Gesandte nur mit einem Strauß von Eisenkraut zu den andern Völkern gingen, um mit ihnen zu verhandeln (nicht zuletzt um Krieg und Frieden).« Vergil erwähnt die Anwen¬dung des Eisenkrautes im Uiebeszauber; und Apuleius berichtet ausführlich über die Zauberkräfte des Krautes. Die Legende hat sich der unscheinbaren Pflanze nicht bemächtigt, dagegen hat sie in der Kirche des Mittelalters, wie wir hör¬ten, eine bedeutende Rolle gespielt.
Die alte Medizin schrieb dem Kraut »eine fast unumschränkte Macht über viele Krankheiten« zu. Aber es sollte auch hel¬fen, Kinder gescheit und lernbegierig zu machen. Wer es bei sich trug, wurde reich und jedem angenehm. Es machte die Äcker fruchtbar und schützte vor Gift und Schlangenbiß.
Niemand weiß, wie das (so oft übersehe¬ne) Kraut zu solcher Berühmtheit kam. Es wird nur in wenigen Ländern als Kraut¬bundpflanze erwähnt. So in Westfalen, im Elsaß und in der Pfalz.
Das sind die für den Krautbund wohl allgemein anerkannten Pflanzen. Es fällt auf, daß sie nach dem Glauben der Vor¬fahren neben ihrer Heilkraft fast alle die Kraft haben, den Teufel, die Dämonen, die Hexen… abzuwehren. Die Angst vor den unheiligen, schädlichen bösen Gei¬stern war groß, und der Mensch versuchte mit allen Mitteln, sich ihrer zu erwehren.
Neben den angeführten Pflanzen werden andere in den verschiedenen Landschaf¬ten häufig genannt: der Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis); die Kamille (Matricaria recutita/chamomilla); der Thymian (Thymus serpyllum); der Bal¬drian (Valeriana officinalis); der Oder¬mennig (Agrimonia eupatoria); der Alant (Inula helenium) und verschiedene Kleesorten, etwa der Hasenklee (Trifolium arvense) und der Feldklee (Trifolium campestre). Sicher dürfen auch die wich¬tigsten Getreidesorten nicht fehlen.
Die Verwendung der geweihten Kräuter
Der aus dem Krautbund hergestellte Tee diente zur Bekämpfung von Krankheiten vielfacher Art. Krankem Vieh wurden die Kräuter unter das Futter gemengt; die Kör¬ner des geweihten Getreides wurden dem neuen Saatgut hinzugefügt.
Drohte ein schweres Gewitter, so warf man Teile des Krautbundes ins Herdfeu¬er; der Bund wurde auch gegen Blitz und Seuchen an die Hauswand gehängt. In den Sarg der Toten (Dämonenabwehr?) legte man ein Kreuz aus geweihten Kräu¬tern…
Meist wurden die Kräuter hinter das Kreuz im Herrgottswinkel gesteckt oder in den First des Hauses.
Die Kräuterweihe ist ein sehr zeitgemäßer Brauch, der überall wiederbelebt oder neu begründet werden sollte:
• In unserer Zeit ist die Bedeutung der Heilkräuter für die Gesundheit wieder entdeckt worden. Heilkräuter spielen in der modernen Medizin eine bedeutende Rolle. So danken wir Gott in der Kräu¬terweihe, daß er solch große Heilkräfte in die Pflanzen gelegt hat und bitten ihn (mit den alten Segensformeln), daß er die Heilkraft der Pflanzen freisetze und stärke.
• Wir sagen in solcher Weihe auch Dank für alle Herrlichkeit der Schöpfung, die inMaria,dergroßenFrau,kulminiert. Sie istjadie(schönste)BlumedesFeldes,die (schönste) Lilie der Täler. Und sie ist die »rosamystica«, in der sich alle Schönheit und Tiefe der Welt verdichtet.
Wir wälzen in solcher Weihe nicht die Verantwortung für die Schöpfung auf Gott ab. Wer für die Heilkraft der Pflan¬zen dankt und darum bittet, wer sich der Herrlichkeit der Schöpfung bewußt wird, kennt seine Verpflichtung, diese Schöpfung Gottes zu »bebauen und zu pflegen« (Gen 2,15), die ungestaltete adamah (auf der der Mensch adam ge¬schaffen wurde) zum Garten Eden zu machen. Das Wort von der »Schwester Pflanze« sollte durch solche Weihe neu ins Bewußtsein kommen.

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