Das Osterfest und sein Brauchtum

Der Ostertermin, die Geschichte und der Name des Festes
Ostern ist (mit Pfingsten) das älteste Fest der Christenheit. Es erwuchs aus dem jüdi¬schen Pascha-/Pessach-Fest, nahm dessen theologische Struktur auf und verchrist- lichte sie. So wird auch der Name des Oster¬festes in den meisten Sprachen mit dem Wortstamm Pascha gebildet. Aber auch die Versuche der jungen Kirche, einen Oster-termin festzulegen, zeigen die Verwandt¬schaft mit dem jüdischen Hauptfest. Wir kennen drei Versuche solcher Festlegung: die quartodecimanische, die frührömische und die genuin christliche. Alle drei gehen im Grunde von jüdischer Berechnung aus. Die »Quartodecimaner«, vor allem in Kleinasien und Syrien, feierten ihr »Oster¬fest«, primär als Gedächtnis des Erlöser¬todes Jesu, am 14. Nisan (die quarta de-
cima), also am jüdischen Paschafest, ganz gleich, ob es auf einen Sonntag fiel oder nicht. Der 14. Nisan galt als Todestag Jesu (vgl. 1 Kor 5,7 f.).
Diese Christen feierten das Gedächtnis des Erlösertodes mit einer Agape und einer Eucharistiefeier, wobei die Lesung und Erklärung von Ex 12 voraufging. Wahr¬scheinlich hat die Urgemeinde so »Ostern« gefeiert.
Die frühen römischen Christen, die theo¬logisch die Auferstehung Christi stärker betonten, haben ihr Osterfest am 1. Sonn¬tag nach dem 14. Nisan gefeiert (vornehm¬lich als Feier in der Nacht).
Das Konzil von Nizäa (325) entscheidet dann nach hartem Ringen, daß das Oster¬fest am 1. Sonntag nach dem Frühlings- vollmond zu feiern sei, wobei als Früh¬lingsanfang der 21. März gilt. Ist dieser 21. März als Vollmondtag ein Sonntag, so wird der darauf folgende Sonntag Oster-termin. Hier trennt sich die frühe Kirche deutlich vom Judentum. In den ersten Jahrhunderten wurde Ostern an einem Tag gefeiert, und zwar in »seiner ganzen Sinnfülle«: als Leiden und Tod, als Auferstehung und Erhöhung (Himmel¬fahrt) des Herrn und als Tag der Sendung des Geistes. Die Ostemacht als »Mutter aller heiligen Vigilien« war bis Mitter¬nacht von Trauer (mit Trauerfasten) be¬schattet, danach prägte die Freude über die Auferstehung die Feier.
Diese »Gesamtfeier« wurde im 4. Jahr¬hundert vom »heiligsten Triduum des ge¬kreuzigten, begrabenen und auferweckten Herrn« (Augustinus) abgelöst. Seitdem sind die »heiligen drei Tage« (vom Grün¬donnerstagabend bis zum Auferstehungs¬tag) der Höhepunkt des Kirchenjahres. Das Fest der Erhöhung des Herrn (Him¬melfahrt) wurde in »historisierender Sicht und nachahmender Darstellungsform« 40 Tage nach Ostern gefeiert, das Pfingstfest am 50. Tage.
Schon im 2. Jahrhundert hatten sich die Christen durch ein zweitägiges Fasten auf die Ostemachtfeier vorbereitet. Im 3. Jahr¬hundert wurde solches Fasten (allerdings nicht als Vollfasten, also als totaler Ver¬zicht auf Speise [und teilweise auch Trank], sondern in gemilderter Form) auf die Karwoche ausgedehnt. Das Konzil von Nizäa spricht dann von einer Quadragese, einem 40-tägigen Fasten, als von einer offenbar weitverbreiteten Sitte. Für das Gebiet der römischen Liturgie begann das Fasten am 6. Sonntag vor Ostern. Da aber der Sonntag nie als Fasttag galt, wurden – um die Zahl 40 zu erreichen – im 5. Jahrhundert zunächst Karfreitag und Kar- samstag als Fasttage gezählt und danach die Fastenzeit um weitere Tage nach vorne verlängert, so daß sie an einem Mittwoch begann, der dann als Aschermittwoch be¬sondere Bedeutung erlangte. Der Name des Osterfestes wird in den romanischen Sprachen, aber auch im Nie¬derdeutschen, Holländischen, Dänischen und Norwegischen mit dem Wortstamm Pascha gebildet. Das angelsächsisch/deut- sche Wort »Ostern« ist in seiner Herkunft umstritten. Die auf Beda Venerabilis zu-rückgehende, später durch die Deutsche Mythologie der Brüder Grimm verbreitete Ableitung des Namens von einer germa¬nischen Frühlingsgöttin Ostara (Eostre) ist längst aufgegeben worden – eine solche Göttin hat es nie gegeben. Andere leiten das Wort von Urständ = Auf¬erstehung her. »Nach neueren Forschun-gen hängt es mit einer falschen Überset¬zung der lateinischen Bezeichnung «heb- domada in albis« (= Woche in weißen Klei¬dern) zusammen. Man habe »in albis« als Plural von alba = Morgenröte betrachtet und es mit dem ahd. eostarun übersetzt.«

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