Das Fest des Heiligen Martin und das Brauchtum des Festes

Das Leben des Heiligen und seine Verehrung
Martin lebte und wirkte im 4. Jahrhundert nach Christus. Er wurde 316/317 in Sa- baria (Steinamanger) in Pannonien gebo¬ren. Mit 15 Jahren tritt er in die römische Armee ein und dient unter den Kaisern Constantius und Julian. In diese Zeit fällt die »Mantelteilung« vor Amiens: Martin schenkt einem Bettler, dem er begegnet, den halben Mantel (vgl. geg. S. 224). Martin wird mit 18 Jahren Christ und verläßt bald darauf die Armee in der Nähe von Worms. Er wird Schüler des Hilarius von Poitiers, geht an die Donau, um seine Eltern zu bekehren (vielleicht auch, um im Illyricum zu missionieren), zieht sich dann aber als Einsiedler auf die Insel Gal- linari bei Genua zurück.
360 ist er wieder in Poitiers und gründet 361 in Liguge das erste Kloster des Abend¬lands. Er wird – gegen das Votum einiger Bischöfe- 371 vom Volk zum Bischof von Tours gewählt. 375 stiftet er ein Klo¬ster im nahegelegenen Marmoutier, das »zu einem Zentrum asketischer Kultur und zu einer Pflanzstätte für Bischöfe wurde«. Persönlich untadelig, verzehrt er sich im Dienst der Seelsorge. Er stirbt entkräftet am 8. November 397 auf einer Seelsorgs¬reise.
Die Verehrung des heiligmäßigen Bi¬schofs, der vor allem wegen seiner Wun¬dertaten beim Volk sehr beliebt war, brei¬tete sich rasch aus. Er war der erste »Be¬kenner« (Confessor), also Nicht-Märtyrer, der mit offiziellem Kult verehrt wurde. Im 5. Jahrhundert wird über seinem Grab eine »Kapelle« errichtet, später eine prächtige Basilika mit klösterlicher Cella (aus der sich dann das Kloster St. Martin entwik- kelte). Das Grab des Heiligen wird das zentrale fränkische Nationalheiligtum. Der Merowinger Chlodwig (um 500 ge¬tauft) machte Martin zum Schutzherm der fränkischen Könige. Sein Mantel wurde in der »Kapelle« über seinem Grab auf¬bewahrt und bei den Feldzügen des frän¬kischen Heeres mitgeführt. Die »Mantel¬teilung« hatte politisch-soziale Brisanz, der wahrhaft Herrschende fand sich im Bild des mantelteilenden Heiligen wieder. Besitzende pflegten (zumindest am Fest¬tage) Untergebene reich zu beschenken. Später verlor die Szene ihre politische Bedeutung und wurde zum rein caritativen Akt eines einzelnen. Der Heilige aber wur¬de bald zu einem der beliebtesten Heiligen des Abendlands – und ist es bis heute geblieben.

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