Das Fest des Heiligen Martin und das Brauchtum des Festes 3

Die Legenden, welche den Zusammen¬hang der Gänse mit dem Fest des Heiligen erläutern sollen, sind späteren Ursprungs. So sollen die Gänse den Heiligen durch ihr Geschnatter verraten haben, als er sich im Gefühl seiner Unwürdigkeit in ihrem Stall verbarg, um nicht das Bischofsamt in Tours annehmen zu müssen. Auch sol¬len die Gänse den Heiligen einmal bei der Predigt gestört haben (mit bitteren Folgen für die nachfolgenden Gänsegeschlech¬ter). Die Legenda aurea stellt zwar das besondere Verhältnis des Heiligen zu Pflanze und Tier heraus, erwähnt die Gän¬selegenden jedoch mit keinem Wort. Der Brauch eines Martinsumzugs wird heute in vielen Orten gepflegt oder neu eingeführt. Kinder (und deren Eltern) zie¬hen mit Laternen oder Fackeln durch das Dorf/den Stadtteil und singen Martinslie¬der. Oft reitet der Heilige (wenn es mög¬lich ist, auf einem Schimmel) im Zuge mit. Vor oder nach dem Umzug wird (von Kindern oder Erwachsenen) die Bett¬lerszene gespielt. Bei all dem sind die »großen Bilder« zu beachten. Die Bettlerszene ergreift bis heu¬te. Im Bettler ist (wenn gut gespielt wird) die Not der Menschen, ihre Armut, ihre Isolation… gegenwärtig. Da wird es not¬wendig, den Mantel zu teilen. Im Zeitalter der Filznähte ist es heute ja leicht, den Man¬tel wirklich auseinanderzureißen, ihn wirk¬lich zu teilen. Früher war es oft genug nur ein Stück roten Tuchs, das dem Bettler um¬gelegt wurde, so daß das »Bild« zerstört wurde. Der Glaube lebt aus Bildern, und die tragenden Bilder sind nicht beliebig. Die Bettlerszene kann im Rahmen eines Wortgottesdienstes vor dem Umzug in der Kirche gespielt werden. Gegebenenfalls geschieht das auch nach dem Umzug, ob¬wohl dann das Martinsfeuer oder (mehr noch) die Martinstüten (-gaben) sehr ab¬lenken. Wird die Szene außerhalb des Kir-chenraumes gespielt, so sollte sichergestellt sein, daß alle Teilnehmer des Zuges (nicht zuletzt die Kinder) sie auch sehen können. Kurze einführende Worte können das Spiel vertiefen und (vielleicht) die Stille herstellen, die zur Aneignung der Szene fast notwendig ist. Bei den Martinszügen bestimmen leider immer mehr die »Kaufhauslatemen« das Bild. Sie sind billig und ohne Arbeitsauf¬wand zu haben. Aber es müßte doch mög¬lich sein, wieder eigene Laternen mit Kin¬dern zu basteln, die Szenen aus dem Leben des Heiligen, aus dem Legendenkranz um ihn ebenso enthalten können wie die Bett¬lerszene. Für weniger Geübte ist das Aus¬schneiden von Kerzen möglich oder des Namens unseres Heiligen. Kerzen und Buchstaben werden auf Transparentpapier geklebt, so daß sie den Laternen eingefügt werden können. Das Martinsfeuer, das nach dem Umzug angezündet wird, sollte aus Reisig oder Holzscheiten bestehen und nicht aus (leicht brennenden) Margarine¬kisten (möglichst mit Aufschrift) etc., die jede Symbolwirkung blockieren. Endlich: zum Martinszug gehört ein wenig Stille,die zur Besinnung führen kann. Sie ist nur zu erreichen, wenn sich Erwachse¬ne mit auf den Weg machen, wenn sie still sind und die Kinder zur Stille anleiten. Das ist jedoch nur möglich, wenn der Zug überschaubar bleibt. So müßte überlegt werden, ob die großen Züge nicht geteilt (oder in überschaubare Gruppen unterteilt) werden könnten. Die Mehrarbeit sollte sich (von den Bildern her) lohnen.

See more: voyage au vietnam 10 jours | Croisiere Phnom penh Saigon | excursion Ninh Binh 3 jours | visa pour aller au vietnam | circuit laos cambodge 15 jours | voyage vietnam cambodge 18jours

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply