Das Fest des Heiligen Hubertus und das Brauchtum des Festes

Die Geschichte der Verehrung des Heiligen
Die Geschichte des Heiligen Hubertus ist eng mit der des Heiligen Eustathius (gr.) = Eustachius (lat.) verbunden. Nach den »romanhaften, aus verschiedenen Quellen kompilierten Viten« (LCI), die später vor allem durch die Legenda aurea verbreitet worden sind, wurde Placidus, ein berühm¬ter Feldherr des Kaisers Trajan, auf der Jagd durch die Erscheinung des Gekreu¬zigten im Geweih eines Hirsches bekehrt. Er ließ sich taufen und nahm den Namen Eustathius (Eustachius) an. Nach schwe¬ren Prüfungen um seines Glaubens willen wurde er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern unter Kaiser Hadrian in einem glühenden Metallstier verbrannt. Sein Fest wurde früher am 1 ,/2. November gefeiert. Die Legenda aurea kennt jedoch neben diesem Datum auch das des 20. September als Leidens- und Todestag. So wird das Gedächtnis des Heiligen, der zum Urbe- stand der 14 Nothelfer gehört, heute am 20. September begangen. Die Kunst hat sich der Gestalt des Heiligen in besonderer Weise angenommen. Schon im 9. Jahrhundert (nach 843) finden wir die Darstellung der Bekehrungs-(Hirsch-) Szene und zwar in einer Psalterhandschrift (Illustration zu Psalm 96,11) des Klosters Pandokratoros auf der Insel Athos. In die gleiche Zeit fällt eine Darstellung des so-genannten Chludoff-Psalters dieser Mönchsinsel. Um die Jahrtausendwende entsteht das Bild in der Höhlenkirche von Soanlydere (Kleinasien) und in der Folge viele Darstellungen im Raum der griechi¬schen und der lateinischen Ikonographie. Die älteste Darstellung seiner Legende fin¬den wir in den Glasfenstern der Kathedrale von Sens aus dem Ende des 12. Jahrhun¬derts. Im Dom von Chartres wurden am Anfang des 13. Jahrhunderts 173 große Glasfenster geschaffen, von denen zwei dem Heiligen Eustachius gewidmet waren. Die ausführlichste Darstellung bietet der Krumauer Bilderkodex aus dem 14. Jahr¬hundert.
Die bekanntesten Darstellungen der Hirsch-Szene späterer Zeit sind die von Pisanello (um 1435) und Albrecht Dürer (1500/01). H. Burgkmaier d.Ä. malt (nach 1500) Eustachius mit dem Haupt des Hir¬sches, welches das Geweih mit dem Ge¬kreuzigten trägt; der Heilige steht in Jä¬gertracht hinter dem Heiligen Bischof Li¬borius. Die Darstellungen der 14 Nothelfer zeigen den Heiligen mit einem Hirsch, zwischen dessen Geweihstangen meist ein Kreuz (mit Coipus) sichtbar ist, oder nur mit dem Kreuz im Geweih.
Vereinzelt wird schon im 13. Jahrhundert die Hirschvision des Eustathius/Eustachi- us auf Hubertus übertragen, der von 709- 728 Bischof von Lüttich (Tongern) war. So stellt die älteste uns bekannte Darstel¬lung der Hubertus-Legende in Sint Huib- rechts-Hern (Ende des 13. Jahrhunderts) die Hirschszene als zur Vita des Heiligen gehörend dar.
Historisch ist eine solche Vision nicht nachweisbar; sie ist beim Heiligen Hubertus auch unwahrscheinlich, da die einzig einwandfreie Quelle, die »Vita St. Hug- berti« (Valenciennes) sie verschweigt. Die Legenda aurea nennt den Heiligen Hubertus nicht einmal mit Namen und behält die Hirschvision (die damals einen hohen Stellenwert hatte) dem Heiligen Eu¬stachius vor. Im bekannten Bild des »Ex- humationsmeisters« (eines Meisterschü¬lers des Rogier van der Weyden): »Die Exhumation des Heiligen Hubertus« (um 1440) fehlt das – ihm damals offenbar noch nicht allgemein zugehörige – Hirsch¬attribut. So ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Eustachius-Vision auf den Heili¬gen Hubertus übertragen wurde. Als Patron der Jäger gilt der Heilige Hu¬bertus seit dem 10./11. Jahrhundert. Nach Paffrath wurden von der heidnischen Jä¬gerschaft der Ardennen der Jagdgöttin Diana die Erstlinge der Jagd als Opfer dargebracht. Hubertus habe bei der Chri¬stianisierung solchen Brauch nicht ausge¬tilgt, habe aber die Erstlingsopfer nun dem Heiligen Petrus zuteil werden lassen. Spä¬ter – nachdem Hubertus als Heiliger ver¬ehrt wurde – sind solche Opfer wohl ihm selbst dargebracht worden (wobei sich heidnische Bräuche bis ins späte Mittelal¬ter erhalten haben).
Auch die alte Legende, daß der Heilige »mit seinem goldenen Schlüssel den von tollen (tollwütigen) Hunden Gebissenen Heilung verschafft habe« (und jederzeit verschaffen könne), hat viel zu seiner Ver¬ehrung beigetragen.
So war es nicht schwer für Herzog Gerhard II. von Jülich-Berg (1437-1475), die Hirschvision endgültig mit Hubertus zu verbinden. Gerhard hatte am 3. November (dem Tag der Erhebung des unversehrten Leichnams des Heiligen 743) des Jahres 1444 einen glänzenden Sieg über Arnold von Egmond, den Herzog von Geldern, errungen. Am nächsten Tag stiftete er (aus Dankbarkeit) den »ritterlichen St. Huber¬tus-Orden«, der segensreich durch die Jahrhunderte gewirkt hat.
So finden wir im 15. Jahrhundert die Dar¬stellung der Hirschvision unseres Heiligen häufiger. So auf einem Schrotblatt (nie¬derdeutsch) von 1460/70, das in der Wie¬ner Kupferstichsammlung aufbewahrt wird; im Wappen des Herzogs Gerhard; auf einem Gemälde von Gaspard Crayer in der Hubertus-Kapelle von Tervueren… Später malt (um 1600) J. Breughel d. Ä. sein bekanntes Gemälde: »Landschaft mit dem Heiligen Hubertus«.
Die Mönche der Benediktiner-Abtei An- dagium (St. Hubert in den Ardennen), in die 825 der Leichnam des Heiligen über¬führt wurde, haben im Verein mit der europäischen Jägerschaft das Gedächtnis des Heiligen in besonderer Weise geför¬dert. Das Kloster ist bis heute der Mittel¬punkt der Hubertus-Verehrung.

See more: voyage vietnam 12 jours | bateau saigon angkor | voyage 3 jours à ninh binh | visa au vietnam | Voyage en indochine | vietnam cambodge voyage

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply