Das Osterfest und sein Brauchtum 13

Die österliche Speisenweihe
Wir haben bereits gesagt, daß das Lamm oder Lammfleisch der Urbestand der Speisenweihe zum Osterfest waren. Es wurden jedoch bald auch andere Speisen zur Weihe gebracht, so die in der Fa-stenzeit weithin verbotenen Laktizinien: Milch, Butter, Käse, Eier und weitere Fleischspeisen. Gerhard, der Biograph des Heiligen Ulrich von Augsburg, erwähnt schon vor der Jahrtausend wende den Schinken als Osterspeise.
Die gesegneten Speisen sind den Eulo- gien gleichzusetzen, den schon in der Urkirche gesegneten (nichteucharistisehen) Speisen, die zum Beginn der Lie- besmähler (Agapen) verzehrt wurden. Gerade nach der langen Zeit der Ent¬haltsamkeit in der Quadragese wollte man die österlichen Festtage mit dem Genuß geweihter Speisen beginnen. Sicher spiel¬te dabei auch der Gedanke eine Rolle, alles Schädliche von sich und der Ge¬meinde abzuhalten. Der Brauch ist zum erstenmal im 7. Jahr¬hundert bezeugt. Das älteste Zeugnis ist die »Benedictio ad agnum benedicendum in Pascha« im Sakramentar von Bobbio. In Rom wird der Brauch, der für das neunte Jahrhundert belegt ist, nicht vor dem 7. Jahrhundert eingeführt worden sein, da das alte Papstbuch ihn nicht er¬wähnt. In Deutschland dürfte die Speisen¬weihe schon im ersten Jahrtausend Brauch gewesen sein. In einer Hofhaltungsrech¬nung der Straubinger Herzoge ist 1389 (erstmals?) die Zusammensetzung der zu weihenden Osterspeisen vermerkt. Da¬nach gehören dazu: ein »Rankerl» Geräu-chertes (Osterschinken), eine dicke Schei¬be Osterfladen (aus feinem Hefeteig), But¬ter (in frisch gehackten Kräutern gewälzt), etwas Salz, Kren (Meerrettich), nicht zu¬letzt ein rot gefärbtes Osterei. Über allen Speisen thronte das Lamm mit der Auferstehungsfahne. Diese Speisen gehören bis heute zum Osterkorb, der von vielen Familien am Osterfest zur Kirche getragen wird.
Der Brauch schlägt abermals die Brücke vom Altar zum häuslichen Tisch, zwi¬schen dem »Sakralen« und dem »Profa¬nen«. Wenn am Ostermorgen (nur) die in der Osternacht oder am Ostermorgen ge¬weihten Speisen gegessen werden, erin¬nern wir uns des von Gott für uns geop¬ferten Lammes, das uns zur eucharisti- schen Speise wurde. Aber es ist auch die ganze Freude des gemeinsamen Mahles gegenwärtig, das wiederum auf die eucha- ristische Gemeinschaft verweist. So sollte der Brauch gepflegt und – soweit möglich – ausgedehnt werden.

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