Archive for August, 2014

Das Weihnachtsfest und sein Brauchtum 8

Da die These, Mt 2,9 habe ursprünglich einen Hinweis auf die Höhlengehurt Jesu enthalten, der dann wegen zu großer Nähe zum Mithraskult aus dem Text eliminiert worden sei, nie erhärtet werden konnte und von ernsthaften Exegeten längst auf¬gegeben ist, ist anzunehmen, daß es sich bei der Erwähnung der Höhle nicht um eine historische Reminiszenz, sondern […]

Das Weihnachtsfest und sein Brauchtum 7

Zum ersten Mal hat wohl Origenes in seinen Predigten zum Lukasevangelium diesen Prophetentext in seine Überlegun¬gen einbezogen. Das geschah etwa zu der Zeit, in der die ersten bildlichen Darstel¬lungen der Christgeburt geschaffen wur¬den. Andere Theologen folgten ihm. Erst im 8./9. Jahrhundert werden Ochs und Esel durch den apokryphen Pseudo-Matthäus Bestandteil der Weihnachtserzählung: »Am dritten Tage […]

Das Weihnachtsfest und sein Brauchtum 6

Joseph Er wurde erst spät in die Darstellung der Christgeburt auf genommen.51 Zu spröde war ja seine Gestalt als Verlobter Mariens, als Nährvater Jesu selbst für die frühen Theologen. Erst seit dem 15. Jahrhundert wird Joseph Gegenstand theologischer Untersuchungen (Gerson, Bemhardin von Siena u.a. 1504 erschien das »Officium de Sancto Joseph ex Evangelio et probatis […]

Das Weihnachtsfest und sein Brauchtum 5

Es gibt den Advent der Juden (des Alten Testaments) und den Advent der Heiden (des Heidentestaments). So liegt es nahe, in einer Adventskrippe die Gestalten des Alten Testamentes auf dem Weg zum Kind zu zeigen, dessen Krippe (Lager¬statt) noch leer ist. Auf dem Weg sind: Abraham (eventuell mit Isaak auf dem Weg zum Opfer auf […]

Das Weihnachtsfest und sein Brauchtum 4

Die frühen Krippen Schon sehr früh wird man figürliche Nach¬bildungen der Krippe mit dem Kind auf¬gestellt haben.33 Historisch faßbar wird unsere Krippe im 15./16. Jahrhundert. Nach Spamer sind solche Krippen für Ita¬lien schon 1478 belegt, für Belgien (Brüg¬ge) 1537.34 Berliner weist glaubwürdig nach, daß es vor allem die Jesuiten waren, die sich der Pflege der […]

Das Weihnachtsfest und sein Brauchtum 3

»Kindlwiegen« Schon früh hat man in Nonnenklöstern den Brauch gehabt, die Nachbildung eines Christkinds in der Weihnachtszeit zu wie¬gen, zu herzen und zu küssen. Man hat das Kind gebadet, an die Brust gelegt, gewickelt… In besonderer Weise wird sol¬cher Umgang mit dem Kind der Mystike-rin Margarethe Ebner im Kloster Maria- Mödingen bei Donauwörth (um 1291- […]

Das Weihnachtsfest und sein Brauchtum 2

2.3 Das Brauchtum des Weihnachtsfestes Die Krippe Wortgeschichte und Wortbedeutung Der griechische Text des Lukasevange¬liums sagt, daß Maria ihren Sohn in Windeln wickelte und in »he phatne« legte. Dieses Wort wird zum Stamm bhedh gehören, was im Sanskrit »graben, vertiefen« bedeutet.11 »he phatne« war offenbar eine seichte Grube, eine Vertie¬fung im Höhlen-(Stall-)Boden (oder in der […]

Das Weihnachtsfest und sein Brauchtum

2.1 Datum, Geschichte, Etymologie des Weihnachtsfestes Der Tag der Geburt Jesu Christi ist unbe¬kannt. Nach anfänglichem Schwanken der Tradition – in Ägypten und wahrscheinlich auch in Palästina wurde derGeburtstag Jesu im Mai gefeiert1 – wiesen erste christliche Kalender, die auf judenchristlichen Denk¬schemata beruhten, den 14. Nissan als Tag der Geburt und des Tödes Jesu aus. […]

Die Adventszeit und ihr Brauchtum 9

Offenbar ist das Wort »Weihnachtsmann« – irgendwann – im Zuge der Säkularisie¬rung entstanden, als man auf das Weih¬nachtsfest nicht verzichten wollte und konnte, wobei sich eine solche Figur auch einer wenig entfalteten Phantasie naheleg¬te. Züge des Heiligen und seiner Begleiter wurden mit dem Weihnachtsmann ver¬schmolzen. Späteren antichristlichen und atheistischen Systemen war ein solcher Weihnachtsmann willkommen, […]

Die Adventszeit und ihr Brauchtum 8

Die Gaben, die St. Nikolaus brachte, sind zunächst Gaben des Herbstes gewesen: Obst (Dörrobst), Nüsse, Kletzenbrot. Aber schon Naogeorgus zeigt, daß auch andere Gaben geschenkt wurden: Hosen, Schuhe, Gürtel und Schleier.. .Die Augustinemon- ne Klara Staiger trägt um 1640 in die Klosterbücher ein: »Am St. Niklastag habe ich jeder Schwester ein halbes Pfund Seife, eine […]