Exkurse 3

Vom Weihnachts- und Prangerschießen
Das Schießen (Böllern) zum Christfest und zum Fronleichnams-(Pranger-)Tag ist ein Brauch, der vor allem im süddeut¬schen Sprachgebiet beheimatet ist. In Deutschland ist er vor allem im Berch-tesgadener Land weit verbreitet und be¬liebt.
Geschossen wurde aus »schweren Böl¬lern«, gußeisernen Rohren, die auf Räder¬gestellen ruhten und aus Handböllem (Pistolen). (Zeitweise wurde auch aus nor¬malen Gewehren gefeuert.) Bis heute wird in die Böller eine abgewogene Men¬ge Pulvers geschüttet, dann der Lauf mit einem Holzkeil »verdammt«. Ein Zünd-hütchen sorgt für die Entzündung des Pulvers.
Es liegt nahe anzunehmen, der Brauch habe sich nach der Erfindung des Pulvers (näherhin nach der Erfindung des Stein¬feuerschlosses 1517 in Nürnberg) ent¬wickelt. Er ist aber erstmals 1666 ur¬kundlich belegt und dort als ein alter Volksbrauch vorausgesetzt. Seine Vor¬läufer waren wohl die Lärmumzüge mit Peitschenknallen u.a. vor allem in den Rauhnächten. So dürfte der Brauch weit in die Vorzeit unseres Volkes hineinrei¬chen.
Bis heute wird im Berchtesgadener Land zum Weihnachtsfest geschossen (gebol¬lert). Höhepunkt ist zweifellos das Böl¬lern zur Zeit des »Metteläutens«, also in der Christnacht von 23.30 – 24.00 Uhr (wobei auf dem Weg zum Schießen und zur Kirche oft schon geschossen wurde und wird: das »Zuawaschiaßn«), Je nach der Gepflogenheit der einzelnen Marktge¬meinden mit ihren »Weihnachtsschützen¬vereinen« wird schon eine Woche vor Weihnachten geschossen, auch am Nach¬mittag des Heiligen Abends und in der Neujahrsnacht.
Der Brauch des Weihnachtsschießens ist oft (vor allem in der Zeit der Aufklärung) verboten worden. Erlaubt war jedoch, (wenn auch gelegentlich mit Einschrän¬kungen) das Prangschießen, also das Böl¬lern zum Fronleichnamstag, vor allem zur Prozession. Die »Feuerschützen« beglei¬teten oft das Allerheiligste und schossen Salut während der Lesung der vier Evan¬gelien an den (Feld-)Altären. Während des Gottesdienstes am Fronleichnamstag wurde oft zum Gloria, zum Evangelium, zur Wandlung und zur Kommunion ge¬bollert. Die »Weihnachtsschützen« schos¬sen gewöhnlich ihre Böller von einem bestimmten Platz während der Prozession ab.
Diese »Fronleichnamsschützen« bildeten eigene Vereine, die später (in der Ramsau z.B. schon 1934) im Weihnachtsschützen¬verein aufgingen.
Der Brauch des Weihnachtsschießens ge¬hört ursprünglich wohl zu jenen Winter- sonnwend-Bräuchen, welche die ruhenden (und bald neu aufkeimenden) Lebens- und Wachstumsgeister wecken und (magisch) fördern wollten. Dazu sollen alle lebensfeindlichen und wachstumshemmenden Geister (Dämonen) gebannt werden. Sol¬che Sinngebung vermischte sich im christ¬lichen Raum mit dem Wissen, daß die wah¬re Sonne geboren wurde, die nun alle Saaten belebte, alles dämonische Dunkel vertrieb. So wurde das Schießen immer mehr zum Salut für das göttliche Kind in der Krippe,
den Herrn der Welt (wobei eine alte Dämo¬nenfurcht bis heute nicht ganz überwunden ist). Der vielfache Widerhall der Böller in den Bergtälern verkündete weithin den Sieg des wahren Lichtes.
Das Schießen am Fronleichnamstag war schon vom Ursprung her ein solches Sa¬lutschießen für den Herrn.

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Exkurse 2

Das Schlagen mit der (Lebens-)Rute
In den meisten Ländern des deutschen Sprachraums gibt es den Brauch, Mäd¬chen, junge Burschen… aber auch die Großeltern u.a. mit Ruten verschiedener Art zu »schlagen«. Die (heute oft sehr verborgene) Wurzel solchen Brauchs ist der »Schlag mit der Lebensrute«, der vor allem Fruchtbarkeit schenken soll. Er diente aber auch zur Vertreibung des Bö¬sen. des »Lebensfeindlichen«.
Der Brauch wird interessanterweise in den einzelnen Landschaften zu ganz ver¬schiedenen Zeiten des Jahres gepflegt. Als alte Ostersitte ist sie für Pommern und Sachsen bezeugt. Dort sind es grü¬nende Zweige (meist Birken oder Wei¬denzweige mit Kätzchen), die als Rute dienen. Als Aschermittwochbrauch führt Schönfeldt das Schlagen für Mecklen¬burg, den Harz und das Gebiet um Han¬nover an. Im westlichen Böhmen wurden die Mädchen am Katharinentag (25.11) mit einem Rosmarinstengel gepeitscht. In der Oberpfalz und im Fränkischen ist das »Pfeffern« (»Peitschn«) für den Tag des Heiligen Stephanus (2. Weih¬nachtstag) bekannt. Hier nimmt man ebenfalls grünende Birkenzweige oder ei¬nen der aufgeblühten Barbarazweige. In Österreich endlich gilt der »Unschuldige Kindertag« (28.12.) als Tag des »Frisch- und Gsundschlagens«. Die Geschlagenen bedanken sich (Ge¬bräuche des Heischegangs haben sich längst mit solchem »Auspeitschen« ver¬bunden) und binden oft kleine Schleif- chen an die Ruten.
Es wird immer umstritten bleiben, ob die Rute in der Hand des Heiligen Nikolaus oder des Knecht Ruprecht wurzelhaft mit diesem Brauch verwandt ist.
Heute ist vieles ein (manchmal sehr def¬tiges) Spiel geworden, das nur Bestand haben wird, wenn es (eben als Spiel) von Jugendverbänden… getragen wird. Wird es mit dem Osterfest verbunden, so mag eine (vage) christliche Symbolik mit- schwingen: Die Fruchtbarkeit von Mensch und Natur, ihr »Heil«, werden mit dem Fest der Auferstehung des Herrn verbun¬den, der allein (in seinem Wort und seinen Taten) Heil und Leben schenken kann. Dabei wäre ein Stück christlicher Deutung der Baumsymbolik gegenwärtig.
Aber es dürfte deutlich sein, daß es sich um solchen Brauch nicht zu kämpfen lohnt.

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Exkurse

Gebildbrote
Die Wortschöpfung geht auf E. L. Roch- holz zurück, dessen Buch: »Deutscher Glaube und Brauch im Spiegel heidni¬scher Vorzeit« 1867 in Berlin erschien. Wir verstehen darunter Teigwaren (Brote, Gebäck…) in Menschen- oder Tierge¬stalt; aber auch Backformen, welche Symbole (Rad, Sonne…) darstellen. Sol¬che Gebildbrote sind mit den Bräuchen fast aller Feste und Zeiten im (Kirchen-) Jahr verbunden. Die Deutung dieser Ge¬bilde ist schwer, oft nicht möglich. Daher ist Zurückhaltung geboten. Einige Wur¬zeln solchen Brauchs aber können ge¬nannt werden.
a. Der (einfache) Mensch hat stets ge¬glaubt, durch das Verzehren der Gebild¬brote sich das Numen, das Wesen des
Dargestellten zu eigen zu machen. Daher die vielfachen Darstellungen von Frucht¬barkeitssymbolen: Eber (Schwein), Hahn, Hase, (auch Phallus und Vulva); aber auch des Sonnenrads u.a. Solche Symbole wurden entweder vom Menschen oder von den Tieren verzehrt, geopfert oder im zur Saat bereiteten Acker vergraben. Vor allem aber wurden die Götter darge¬stellt, um das Wesen, die Kraft, das Nu¬men des Gottes in sich aufzunehmen. Wir verstehen, daß es gerade hier (nicht zuletzt in der Volkstheologie) um die Existenz des christlichen Glaubens ging, in dem der Leib Christi als Brot gegessen wurde und wird. So ist schon aus dem 6. Jahrhundert ein Brief des Papstes Pelagius an den Bischof von Arles erhalten, in dem die Sitte aufs schärfste verurteilt wird, »ein aus Semmelmehl gebackenes Idol an das gläubige Volk zu verteilen« (wobei vor allem die Ohren, Augen, Glieder zum Ver¬zehr verteilt wurden). Im 13. Jahrhundert erklärt ein norwegisches Gesetz den als vogelfrei, der »Speiseopfer aus Teig in männlicher Gestalt« in seinem Haus ver¬wahrt. Und die Mönche, die in Mexiko Kulte miterlebten, bei denen mit Opferblut getränkte Brotstücke dem Volk ausgeteilt wurden, damit es eins würde mit dem Inkakönig und nichts sagte oder dächte gegen den Inka, glaubten an eine »teufli¬sche Nachahmung« der Eucharistie.
b. Gelegentlich sind (aus sehr verschiede¬nen Gründen) Menschen- und vor allem Tieropfer durch das Opfer von Gebildbro- ten ersetzt worden. Einen sicheren Beleg der Ablösung von Menschenopfern durch Teiggebilde finden wir bei Macrobius (um 365). In Athen war das Opfern von Teig¬tieren den Armen erlaubt. Auch die Py- thagoräer opferten Backwerke in Tierge¬stalt, da ihnen aus philosophisch-religiö¬sen Gründen das Töten von Tieren unter¬sagt war.
c. Gebildbrote spielten im Seelen-(Toten-) Kult eine Rolle, im Kult der Hausgeister (Laren) und dienten zur Abwehr der Dämo¬nen. Hierher gehören die Allerheiligen/Al- lerseelengebildbrote und jenes Backwerk, das Griechen und Römer an bestimmten Festtagen (aber auch im alltäglichen Le-ben) den Hausgeistern (Laren) darbrachten, um Glück für das »Haus« zu erbitten. Zur Abwehr der Dämonen dienten jene Brote, denen etwa die Sator-Formel auf¬gedruckt war. Solche Brote wurden im Haus ausgeiegt oder auch zum persönli¬chen Schutz verzehrt.
d. Viele Gebildbrote dienen der Vertiefung des Festsymbolik, machen sie dem Volk vertraut. So etwa das gebackene Lamm, das den Korb ziert, der zur Speisenweihe in der Osternacht getragen wird oder die Oster-symbole: Sonnenrad, Fisch, Eierbrote etc. Es sollte allerdings nicht verschwiegen werden, daß heute viele Gebildbrote (vor allem in der Spekulatiusherstellung und im Nikolausbrauch) rein dekorativen Cha¬rakter haben.

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Das Fest des Heiligen Martin und das Brauchtum des Festes 3

Die Legenden, welche den Zusammen¬hang der Gänse mit dem Fest des Heiligen erläutern sollen, sind späteren Ursprungs. So sollen die Gänse den Heiligen durch ihr Geschnatter verraten haben, als er sich im Gefühl seiner Unwürdigkeit in ihrem Stall verbarg, um nicht das Bischofsamt in Tours annehmen zu müssen. Auch sol¬len die Gänse den Heiligen einmal bei der Predigt gestört haben (mit bitteren Folgen für die nachfolgenden Gänsegeschlech¬ter). Die Legenda aurea stellt zwar das besondere Verhältnis des Heiligen zu Pflanze und Tier heraus, erwähnt die Gän¬selegenden jedoch mit keinem Wort. Der Brauch eines Martinsumzugs wird heute in vielen Orten gepflegt oder neu eingeführt. Kinder (und deren Eltern) zie¬hen mit Laternen oder Fackeln durch das Dorf/den Stadtteil und singen Martinslie¬der. Oft reitet der Heilige (wenn es mög¬lich ist, auf einem Schimmel) im Zuge mit. Vor oder nach dem Umzug wird (von Kindern oder Erwachsenen) die Bett¬lerszene gespielt. Bei all dem sind die »großen Bilder« zu beachten. Die Bettlerszene ergreift bis heu¬te. Im Bettler ist (wenn gut gespielt wird) die Not der Menschen, ihre Armut, ihre Isolation… gegenwärtig. Da wird es not¬wendig, den Mantel zu teilen. Im Zeitalter der Filznähte ist es heute ja leicht, den Man¬tel wirklich auseinanderzureißen, ihn wirk¬lich zu teilen. Früher war es oft genug nur ein Stück roten Tuchs, das dem Bettler um¬gelegt wurde, so daß das »Bild« zerstört wurde. Der Glaube lebt aus Bildern, und die tragenden Bilder sind nicht beliebig. Die Bettlerszene kann im Rahmen eines Wortgottesdienstes vor dem Umzug in der Kirche gespielt werden. Gegebenenfalls geschieht das auch nach dem Umzug, ob¬wohl dann das Martinsfeuer oder (mehr noch) die Martinstüten (-gaben) sehr ab¬lenken. Wird die Szene außerhalb des Kir-chenraumes gespielt, so sollte sichergestellt sein, daß alle Teilnehmer des Zuges (nicht zuletzt die Kinder) sie auch sehen können. Kurze einführende Worte können das Spiel vertiefen und (vielleicht) die Stille herstellen, die zur Aneignung der Szene fast notwendig ist. Bei den Martinszügen bestimmen leider immer mehr die »Kaufhauslatemen« das Bild. Sie sind billig und ohne Arbeitsauf¬wand zu haben. Aber es müßte doch mög¬lich sein, wieder eigene Laternen mit Kin¬dern zu basteln, die Szenen aus dem Leben des Heiligen, aus dem Legendenkranz um ihn ebenso enthalten können wie die Bett¬lerszene. Für weniger Geübte ist das Aus¬schneiden von Kerzen möglich oder des Namens unseres Heiligen. Kerzen und Buchstaben werden auf Transparentpapier geklebt, so daß sie den Laternen eingefügt werden können. Das Martinsfeuer, das nach dem Umzug angezündet wird, sollte aus Reisig oder Holzscheiten bestehen und nicht aus (leicht brennenden) Margarine¬kisten (möglichst mit Aufschrift) etc., die jede Symbolwirkung blockieren. Endlich: zum Martinszug gehört ein wenig Stille,die zur Besinnung führen kann. Sie ist nur zu erreichen, wenn sich Erwachse¬ne mit auf den Weg machen, wenn sie still sind und die Kinder zur Stille anleiten. Das ist jedoch nur möglich, wenn der Zug überschaubar bleibt. So müßte überlegt werden, ob die großen Züge nicht geteilt (oder in überschaubare Gruppen unterteilt) werden könnten. Die Mehrarbeit sollte sich (von den Bildern her) lohnen.

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Das Fest des Heiligen Martin und das Brauchtum des Festes 2

Das Brauchtum des Festes
Der sicher bekannteste und wichtigste Brauch des Festes ist der »Martins(um)- zug«, mit dem heute vielfach die Darstel¬lung der »Mantelszene« verbunden ist. Herkunft und Alter des Brauchs sind um¬stritten. Moser versucht, umfassend zu be¬gründen, daß der Brauch aus der Periko- penordnung des Festes hervorging. Er ver¬weist auf ein Perikopenbuch des 10./11. Jahrhunderts aus Monte Cassino, das für den Martinstag die Textstelle Lk 12,35 f. im Evangelium vorschreibt: »Eure Lenden sollen umgürtet sein und brennende lucer- nae (= Lampen, Laternen, Kerzen, Lich¬ter) in euren Händen.« Offenbar ist diese Lestperikope verbreitet gewesen, denn auch das Flurheymsche Deutsche Me߬buch von 1529 führt sie für das Fest an. Später trat dann die Perikope Lk 11,33-36 an ihre Stelle, in der in anderer Weise vom Licht geredet wird.
Nach Moser »könnte man vermuten, daß die Kirche diese Bibelstelle (sc. Lk 12,35 f.) nur deshalb herangezogen hät¬te, weil es ihr dämm gegangen wäre, ei¬nen schon bestehenden Brauch sinnvoll liturgisch einzubinden« – aber er selbst lehnt solche Deutung ab, da der Tenor der Perikope die »Erwartung des Herrn« sei, der also die Piorität gebühre. Er nimmt aber an, daß die Perikope den Anlaß gab, mit brennenden Lampen, La¬ternen… umherzugehen.
Das kann nicht ausgeschlossen werden, wobei allerdings die Frage bleibt, warum das Evangelium, das ja u.a. bei den Festen »aller Bekenner, die nicht Bischöfe wa¬ren« das Tagesevangelium war und bis heute ist, nicht zu ähnlichen Bräuchen geführt hat. Auch der spätere Wechsel der Perikope müßte erklärt werden. Endlich greifen die uns bekannten alten Martins¬lieder solche Interpretation des Brauches nicht auf.
Da ist es einleuchtender, mit K. Meisen anzunehmen, der Brauch habe sich aus dem Kult am Grabe des Heiligen ent¬wickelt. Wenn Moser meint, Meisen ha¬be »nicht plausibel machen… können, wie es vom Lichterschmuck eines Grabes zu einem Umgang mit Laternen hätte kom¬men können«, so ist Meisen wohl etwas vordergründig interpretiert. Denn der Grabkult umfaßt ja eben die Lichterpro¬zessionen an seinem Grab u.a. Bei der Beliebtheit des Heiligen wäre es durchaus denkbar, daß sich aus solchem Kult allge¬meine Umzüge entwickelt hätten.
Nach Veit/Lenhart haben die »mancher¬orts noch üblichen« Martinsfeuer auf den frierenden Bettler vor Amiens Bezug ge¬nommen. Reste davon seien die ausge¬höhlten Kürbisse und Rüben, in welche die Jugend ihre Lichter stelle; wobei es auch die Martinsfeuer noch gebe. Vielleicht ist alles sehr nüchtern zu erklä¬ren. Das Fest des Heiligen war der Ab¬schluß des Wirtschaftsjahres. Das Gesinde wechselte. Vor allem aber war Zinstag: Die Pacht mußte entrichtet werden. In den meisten Gemeinden war Markttag. Auch galt der Martinstag allgemein als Winteranfang. Früher war er auch der Be¬ginn des »Martinifastens«, also des 40-tä- gigen Fastens vor dem Fest der Epiphanie (als dem Höhepunkt der Weihnachts¬zeit).
Aus all dem mögen sich Heischegänge entwickelt haben (primär um Brennholz, später um Nahrungsmittel). So sind die alten Martinslieder Heischelieder. Legen¬däre Züge sind erst später eingefügt wor¬den. Martin wird zum Gabenbringer und wird mit der Gestalt des Heiligen Nikolaus vermischt (Pelzmärte).
Der Brauch hat (wie andere Bräuche) viel¬leicht viele Wurzeln. In jüngerer Zeit ist er neu belebt und mit der Mantel- oder Bettlerszene verbunden worden. Er ist heute auch in Süddeutschland stärker ver¬breitet, nachdem die Aversionen gegen Martin als den »Schutzheiligen der Fran¬ken« längst überwunden sind. Jedenfalls beginnt mit dem Martinsfest der Festrei¬gen jener Heiliger, die in besonderer Wei¬se auf die Weihnacht verweisen: auf das Kommen des Kindes, in dem uns die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes er¬schienen sind.
Zu fragen bleibt, wie Martin zu den Gänsen kommt. Sicher sind die Gänse am Fest des Heiligen »ausgereift«; sicher ist es Zeit, ihre Federn (die ja viel wichtiger waren als das Fleisch der Gänse) zu nutzen – dennoch wird die Gans wohl auf anderen Wegen mit Martin verbunden worden sein. Die Gans war ja bevorzugte Zinsgabe an die Grundherren: den Adel, die Klöster. Als solche mag sie wegen des Hauptzinstages, eben St. Martin (wie der Osterhase mit dem Osterfest), mit dem Heiligen verbunden worden sein, wobei die Zeit der großen Schlachtfeste (und der damit verbundenen Festschmäu- se der sonst recht Armen) sicher eine Rolle gespielt hat.

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Das Fest des Heiligen Martin und das Brauchtum des Festes

Das Leben des Heiligen und seine Verehrung
Martin lebte und wirkte im 4. Jahrhundert nach Christus. Er wurde 316/317 in Sa- baria (Steinamanger) in Pannonien gebo¬ren. Mit 15 Jahren tritt er in die römische Armee ein und dient unter den Kaisern Constantius und Julian. In diese Zeit fällt die »Mantelteilung« vor Amiens: Martin schenkt einem Bettler, dem er begegnet, den halben Mantel (vgl. geg. S. 224). Martin wird mit 18 Jahren Christ und verläßt bald darauf die Armee in der Nähe von Worms. Er wird Schüler des Hilarius von Poitiers, geht an die Donau, um seine Eltern zu bekehren (vielleicht auch, um im Illyricum zu missionieren), zieht sich dann aber als Einsiedler auf die Insel Gal- linari bei Genua zurück.
360 ist er wieder in Poitiers und gründet 361 in Liguge das erste Kloster des Abend¬lands. Er wird – gegen das Votum einiger Bischöfe- 371 vom Volk zum Bischof von Tours gewählt. 375 stiftet er ein Klo¬ster im nahegelegenen Marmoutier, das »zu einem Zentrum asketischer Kultur und zu einer Pflanzstätte für Bischöfe wurde«. Persönlich untadelig, verzehrt er sich im Dienst der Seelsorge. Er stirbt entkräftet am 8. November 397 auf einer Seelsorgs¬reise.
Die Verehrung des heiligmäßigen Bi¬schofs, der vor allem wegen seiner Wun¬dertaten beim Volk sehr beliebt war, brei¬tete sich rasch aus. Er war der erste »Be¬kenner« (Confessor), also Nicht-Märtyrer, der mit offiziellem Kult verehrt wurde. Im 5. Jahrhundert wird über seinem Grab eine »Kapelle« errichtet, später eine prächtige Basilika mit klösterlicher Cella (aus der sich dann das Kloster St. Martin entwik- kelte). Das Grab des Heiligen wird das zentrale fränkische Nationalheiligtum. Der Merowinger Chlodwig (um 500 ge¬tauft) machte Martin zum Schutzherm der fränkischen Könige. Sein Mantel wurde in der »Kapelle« über seinem Grab auf¬bewahrt und bei den Feldzügen des frän¬kischen Heeres mitgeführt. Die »Mantel¬teilung« hatte politisch-soziale Brisanz, der wahrhaft Herrschende fand sich im Bild des mantelteilenden Heiligen wieder. Besitzende pflegten (zumindest am Fest¬tage) Untergebene reich zu beschenken. Später verlor die Szene ihre politische Bedeutung und wurde zum rein caritativen Akt eines einzelnen. Der Heilige aber wur¬de bald zu einem der beliebtesten Heiligen des Abendlands – und ist es bis heute geblieben.

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Das Fest des Heiligen Hubertus und das Brauchtum des Festes 2

Das Brauchtum des Festes
Seit Jahrhunderten war und ist es Brauch, am Festtag des Heiligen, also am 3. No¬vember, eine Drück- oder Treibjagd oder aber eine (besinnlichere) Ansitzjagd durchzuführen. Vielerorts (nicht zuletzt bei den Hofjagden) wurde vor der Jagd eine Eucharistie zu Ehren des Heiligen gefeiert. Solche Gottesdienste sind wahr¬scheinlich schon im 9./10. Jahrhundert ge¬feiert worden. Als die Metallhömer zur jagdlichen Musik herangezogen wurden, wurden sie auch bald bei solchen »Huber¬tusmessen« verwandt, wobei allerdings ei¬ne spezielle Musik für sie erst im Anfang des 19. Jahrhunderts nachzuweisen ist. Der Brauch, am Festtag des Heiligen eine solche »Hubertusmesse« zu feiern, war allerdings nicht sehr verbreitet. Eine Be¬lebung des Brauchs ging von den Gottes-diensten aus, die mit einer französischen Parforcehom-Gruppe (Sonneurs de Che- vemy) in Düsseldorf 1954 und vor allem in Xanten (anläßlich der Tagung des deut¬schen Falkner-Ordens) gefeiert wurden. Heute ist es bei der Jägerschaft der meisten Orte Deutschlands üblich, das Gedächtnis des Heiligen mit einem Hubertusgottes¬dienst zu begehen. Diese Gottesdienste sind meist sehr gut besucht und finden überall ein so positives Echo, daß der Brauch wohl lebendig bleiben wird. Gerade darum aber sollten Möglichkeiten und Grenzen eines solchen Brauchs über¬prüft werden.
Zunächst darf die Spannung nicht überse¬hen oder gar verharmlost werden, die zwi¬schen der Jagd, bei der Tiere getötet wer¬den, und der Eucharistiefeier besteht, in der das Gedächtnis dessen gefeiert wird, um den die Kreatur (nach Mk 1,12 f.) befriedet war. Jesus nimmt die alttesta- mentlich-j üdische S chöpfungstheologie
auf, nach der im Anfang und »letzten Endes« Gott die Unversehrtheit (den Scha- lom) aller Kreaturen wollte (Gen 1,29 ff.; Jes 11,6 ff.).
Dieser von Gott gewollte Schöpfungs¬friede zerbrach nach der Heiligen Schrift im Sündenfall des Menschen. Danach fielen »Furcht und Schrecken« vor dem Menschen über das Tier, und dem Men¬schen wurde das Fleisch der Tiere als Nahrung zugewiesen (Gen 9,2 ff. mit eindeutiger Berufung auf Gen 1,29 f.). Für die Endzeit aber, für die Vollendung des Gottesreiches, wird der Schöpfungs¬friede in herrlicherer Weise erwartet (Jes 11,6 ff.).
Die Verantwortung, die sich aus all dem für das Jagen auf das Mitgeschöpf Tier ergibt, muß in Hubertuspredigten und -an- sprachen thematisiert werden (auch wenn man das Jagen, wenn mit Verantwortung gejagt wird, als die humanste aller not¬wendigen Tötungsarten von Tieren anse- hen kann). Sicher muß deutlich werden, daß alles Jagen im Dienst der Hege der Kreatur steht, einem Dienst am Arten-reichtum und an der bunten Vielfalt der Schöpfung.
Der Jäger muß wissen, was es für ihn bedeutet, in solchen Gottesdiensten (eu- charistische) Gemeinschaft mit dem Schöpfer und Erlöser aller Kreatur zu ha¬ben. Seine jagdliche Ethik hat sich vor diesem Gott zu verantworten. Er wird auch erkennen, daß Jagd selbst zum Symbol wird: daß der Jäger von Beute zu Beute weitersucht, bis sich ihm die letzte, ent¬scheidende Beute seines Lebens gnädig schenkt. Nicht umsonst sind Eustachius und Hubertus seine Schutzpatrone.
Der gelegentlich geübte Brauch, Waffen (Büchsen oder Flinten, Saufedem…) mit zum Gottesdienst zu bringen, sollte nicht gefördert werden. Gotteshäuser hatten jahrhundertelang Asylrecht: ein Bewaff¬neter durfte sie nicht betreten. Das sollte auch (und gerade) für unsere Zeit gel¬ten.
Schwieriger ist die Frage zu beantworten, ob Jagdhunde, vor allem aber Beizvögel (Flabichte, Falken…) mit zu solchen Got¬tesdiensten gebracht werden sollten. Der Brauch ist alt. Könige und Fürsten übten ihn aus.11 Wenn die Erlösung ein kosmi¬sches Geschehen ist, wenn alle Kreatur darauf wartet, »befreit zu werden zur Frei¬heit der Herrlichkeit der Kinder Gottes«; wenn sie »seufzt und in Wehen liegt«, um die »neue Schöpfung«, den »neuen Him¬mel und die neue Erde«, zu gebären (Röm 8,19 ff.), dann dürfte einer gelegentlichen Teilnahme von Tieren am Gottesdienst nichts im Wege stehen, wobei der Stör¬faktor sorgfältig bedacht werden muß. Nichts einzuwenden ist natürlich gegen einen reichen Schmuck der Kirche, so daß die Natur in den Gottesdienst einbezogen und seine besondere Würde betont wird. Problematisch ist dagegen die Sitte, einen Teil der Jagdbeute (Hirsche, Rehe, Ha¬sen. ..) vor dem Altar »aufzubahren«. Das getötete Tier ist kein Schauobjekt, und erst recht wird es Gott nicht als eine Art Opfer dargebracht. (Es wäre allerdings zu begrü¬ßen, wenn Wild bei einem »Opfergang« im Gottesdienst für caritative Zwecke ge¬spendet würde.)
Gegen ein Hirschgeweih vor dem Altar (zur Erinnerung an den Schutzpatron) oder ein Rehgehörn ist nichts einzuwenden. Bei der Drapierung eines solchen Geweihs mit einem Kreuz wird jedoch allzuleicht die Grenze zum Kitsch überschritten. Grundsätzlich ist die Frage zu stellen, ob solche Hubertusmessen immer mehr zu einer Art Konzert werden (wobei überlegt werden muß, ob auf die Dauer die künst¬lerische Qualität in Komposition und Dar¬bietung gegeben ist) – oder ob sie – was Eucharistie will – zur Begegnung der Jäger (oder doch eines Teils von ihnen) mit dem Herrn der Eucharistie wird, so daß ihr Leben wie beim Heiligen eine neue Sinn¬richtung bekommt. Es kann nur gehofft werden, daß diese Gottesdienste Brücke zum Glauben sind und Hilfen, die Frage nach dem Sinn des Lebens und der ge¬samten Schöpfung neu zu stellen, nicht zuletzt die nach dem Sinn und der Aufgabe der Jagd.

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Das Fest des Heiligen Hubertus und das Brauchtum des Festes

Die Geschichte der Verehrung des Heiligen
Die Geschichte des Heiligen Hubertus ist eng mit der des Heiligen Eustathius (gr.) = Eustachius (lat.) verbunden. Nach den »romanhaften, aus verschiedenen Quellen kompilierten Viten« (LCI), die später vor allem durch die Legenda aurea verbreitet worden sind, wurde Placidus, ein berühm¬ter Feldherr des Kaisers Trajan, auf der Jagd durch die Erscheinung des Gekreu¬zigten im Geweih eines Hirsches bekehrt. Er ließ sich taufen und nahm den Namen Eustathius (Eustachius) an. Nach schwe¬ren Prüfungen um seines Glaubens willen wurde er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern unter Kaiser Hadrian in einem glühenden Metallstier verbrannt. Sein Fest wurde früher am 1 ,/2. November gefeiert. Die Legenda aurea kennt jedoch neben diesem Datum auch das des 20. September als Leidens- und Todestag. So wird das Gedächtnis des Heiligen, der zum Urbe- stand der 14 Nothelfer gehört, heute am 20. September begangen. Die Kunst hat sich der Gestalt des Heiligen in besonderer Weise angenommen. Schon im 9. Jahrhundert (nach 843) finden wir die Darstellung der Bekehrungs-(Hirsch-) Szene und zwar in einer Psalterhandschrift (Illustration zu Psalm 96,11) des Klosters Pandokratoros auf der Insel Athos. In die gleiche Zeit fällt eine Darstellung des so-genannten Chludoff-Psalters dieser Mönchsinsel. Um die Jahrtausendwende entsteht das Bild in der Höhlenkirche von Soanlydere (Kleinasien) und in der Folge viele Darstellungen im Raum der griechi¬schen und der lateinischen Ikonographie. Die älteste Darstellung seiner Legende fin¬den wir in den Glasfenstern der Kathedrale von Sens aus dem Ende des 12. Jahrhun¬derts. Im Dom von Chartres wurden am Anfang des 13. Jahrhunderts 173 große Glasfenster geschaffen, von denen zwei dem Heiligen Eustachius gewidmet waren. Die ausführlichste Darstellung bietet der Krumauer Bilderkodex aus dem 14. Jahr¬hundert.
Die bekanntesten Darstellungen der Hirsch-Szene späterer Zeit sind die von Pisanello (um 1435) und Albrecht Dürer (1500/01). H. Burgkmaier d.Ä. malt (nach 1500) Eustachius mit dem Haupt des Hir¬sches, welches das Geweih mit dem Ge¬kreuzigten trägt; der Heilige steht in Jä¬gertracht hinter dem Heiligen Bischof Li¬borius. Die Darstellungen der 14 Nothelfer zeigen den Heiligen mit einem Hirsch, zwischen dessen Geweihstangen meist ein Kreuz (mit Coipus) sichtbar ist, oder nur mit dem Kreuz im Geweih.
Vereinzelt wird schon im 13. Jahrhundert die Hirschvision des Eustathius/Eustachi- us auf Hubertus übertragen, der von 709- 728 Bischof von Lüttich (Tongern) war. So stellt die älteste uns bekannte Darstel¬lung der Hubertus-Legende in Sint Huib- rechts-Hern (Ende des 13. Jahrhunderts) die Hirschszene als zur Vita des Heiligen gehörend dar.
Historisch ist eine solche Vision nicht nachweisbar; sie ist beim Heiligen Hubertus auch unwahrscheinlich, da die einzig einwandfreie Quelle, die »Vita St. Hug- berti« (Valenciennes) sie verschweigt. Die Legenda aurea nennt den Heiligen Hubertus nicht einmal mit Namen und behält die Hirschvision (die damals einen hohen Stellenwert hatte) dem Heiligen Eu¬stachius vor. Im bekannten Bild des »Ex- humationsmeisters« (eines Meisterschü¬lers des Rogier van der Weyden): »Die Exhumation des Heiligen Hubertus« (um 1440) fehlt das – ihm damals offenbar noch nicht allgemein zugehörige – Hirsch¬attribut. So ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Eustachius-Vision auf den Heili¬gen Hubertus übertragen wurde. Als Patron der Jäger gilt der Heilige Hu¬bertus seit dem 10./11. Jahrhundert. Nach Paffrath wurden von der heidnischen Jä¬gerschaft der Ardennen der Jagdgöttin Diana die Erstlinge der Jagd als Opfer dargebracht. Hubertus habe bei der Chri¬stianisierung solchen Brauch nicht ausge¬tilgt, habe aber die Erstlingsopfer nun dem Heiligen Petrus zuteil werden lassen. Spä¬ter – nachdem Hubertus als Heiliger ver¬ehrt wurde – sind solche Opfer wohl ihm selbst dargebracht worden (wobei sich heidnische Bräuche bis ins späte Mittelal¬ter erhalten haben).
Auch die alte Legende, daß der Heilige »mit seinem goldenen Schlüssel den von tollen (tollwütigen) Hunden Gebissenen Heilung verschafft habe« (und jederzeit verschaffen könne), hat viel zu seiner Ver¬ehrung beigetragen.
So war es nicht schwer für Herzog Gerhard II. von Jülich-Berg (1437-1475), die Hirschvision endgültig mit Hubertus zu verbinden. Gerhard hatte am 3. November (dem Tag der Erhebung des unversehrten Leichnams des Heiligen 743) des Jahres 1444 einen glänzenden Sieg über Arnold von Egmond, den Herzog von Geldern, errungen. Am nächsten Tag stiftete er (aus Dankbarkeit) den »ritterlichen St. Huber¬tus-Orden«, der segensreich durch die Jahrhunderte gewirkt hat.
So finden wir im 15. Jahrhundert die Dar¬stellung der Hirschvision unseres Heiligen häufiger. So auf einem Schrotblatt (nie¬derdeutsch) von 1460/70, das in der Wie¬ner Kupferstichsammlung aufbewahrt wird; im Wappen des Herzogs Gerhard; auf einem Gemälde von Gaspard Crayer in der Hubertus-Kapelle von Tervueren… Später malt (um 1600) J. Breughel d. Ä. sein bekanntes Gemälde: »Landschaft mit dem Heiligen Hubertus«.
Die Mönche der Benediktiner-Abtei An- dagium (St. Hubert in den Ardennen), in die 825 der Leichnam des Heiligen über¬führt wurde, haben im Verein mit der europäischen Jägerschaft das Gedächtnis des Heiligen in besonderer Weise geför¬dert. Das Kloster ist bis heute der Mittel¬punkt der Hubertus-Verehrung.

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Allerheiligen/Allerseelen und das Totenbrauchtum 4

c.Vor dem Begräbnis (oder im Anschluß daran) wird das Requiem für die Tote (den Toten) gefeiert. Bei diesem Requiem wer¬den zum Gedenken an die Toten »Sterbe¬bildchen«… ausgeteilt, die außer einem Andachtsbild die Geburts- und Todesda¬ten und ein Gebet für die Verstorbenen enthalten. Manchmal zeigen diese Sterbe¬bilder auch das Foto des oder der Toten. Priester oder (andere) verdiente Persön¬lichkeiten werden während des Requiems oft im Altarraum aufgebahrt. In kleinen (ländlichen) Gemeinden zieht man nach dem Gottesdienst (gelegentlich vor ihm) in Prozession zum Friedhof. Dabei wird der Rosenkranz gebetet. War der Verstor¬bene Mitglied eines Vereins, geht oft eine Musikkapelle dem Leichenzug voran. Sie spielt Trauermusik auf dem Weg zum Friedhof, flottere Marschmusik beim Gang zum »Leichenschmaus«.
Die (guten) Gebete und Zeremonien am offenen Grabe sind in der kirchlichen Agende enthalten. Sie können um andere Gebete und Lieder erweitert werden. Wichtig ist, daß gerade beim Begräbnis die Anteilnahme auch des Geistlichen deutlich wird. Hier werden oft pastorale Möglichkeiten vertan.
War der Verstorbene Mitglied bestimmter Vereine, wird am Grab oft Uhlands Lied: »Ich hatt’ einen Kameraden …« von einem Trompeter gespielt. Die allgemeine Rührung dabei macht das Lied nicht bes¬ser. Es wäre an der Zeit (behutsam) zu überlegen, ob nicht ein alter Choral oder das sehr alte Lied: »Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen…« (GL 654) an seine Stelle gesetzt werden könnten.
d. Dem Begräbnis folgt gewöhnlich der »Lei¬chenschmaus« (»Leichenmahl«, »Leichbier« oder auch »Totenhochzeit« [Kriss] u.a.), ein Kaffeetrinken oder ein Essen mit den Anver¬wandten und geladenen Trauergästen. Nicht selten wird im Testament ein Betrag für solche Leichenfeiern angesetzt. Wenn in einigen Gegenden dieses Mahl der »Tröster« genannt wird, so ist sicher ein Sinn solcher Geselligkeit deutlich.
e. Das »Sechswochenamt« und das »Jahrge¬dächtnis« für die Toten sind in katholischen Gemeinden bis heute üblich. In den letzten Jahren hat sich ein neuer Brauch ausgebildet: Am Ende eines jeden Monats wird ein Gottesdienst gefeiert für die Toten, die in den letzten Jahren in dem betreffenden Mo¬nat gestorben sind. Der Brauch wird gern angenommen und gepflegt.
f. In einigen Gegenden Süddeutschlands und Österreichs wurden (werden) bei der Wie¬derbelegung der Gräber die gefundenen To¬tenschädel aus dem Grab genommen und im Vorraum der Kirche oder der Friedhofska¬pelle aufgestellt. Gelegentlich sind sie mit Rankenwerk und dem Namen der Toten ver¬sehen. Auch sind manchmal (mit Brokat verzierte) Augen dem Schädel eingefügt. Auch hier ist das »memento mori« überdeut¬lich (wie auch in den Kamem, z.B. in Cham- münster, wo die Langknochen der Toten in großer Zahl aufbewahrt werden.)
g. In Süddeutschland (vor allem im Baye¬rischen Wald, in Niederbayem und der Oberpfalz) und im alemannischen Raum wurde vor Aufkommen der Särge der Tote auf ein »Totenbrett« (Bahrbrett) ge¬legt und auf ihm zu Grabe getragen. Das Brett wurde, wenn es nicht im Grab verblieb, an einem häufig besuchten Platz (bei Feldkreuzen, Kapellen, Weg¬kreuzungen, markanten Bäumen, Sümp¬fen; aber auch an den Wänden der Heustadl, der Scheunen…) aufgestellt oder aufgehängt. Es trug dann ein Kreuz (oder drei Kreuze) und die Daten des Verstorbenen. Der Vorübergehende wur¬de um ein Gebet für den Toten gebeten, wobei auch hier das »memento mori« eine Rolle spielte.
Wenn im »Heilbrünnl« (oder »Hoch¬brünnl«), einer Wallfahrtskirche in der Nähe der Stadt Roding (Oberpfalz), im Heiligen Grab die Figur des Herrn auf einem Totenbrett ruht, so soll wohl die Solidarität Jesu mit all den Toten der Wallfahrer ausgesagt werden. Der from¬me Glaube versetzt auch Tod und Aufer-stehung des Herrn in die (hier oberpfäl¬zische) Heimat.
Später bekamen die Totenbretter Ge¬dächtnischarakter. Sie wurden (wie die Marterln, die Erinnerungstafeln für Ver¬unglückte…) mit Sprüchen versehen, die das Gedächtnis der Toten aufrechterhal¬ten und an den eigenen Tod erinnern sollten:
Wanderer, steh still und schau:
Was du bist, das war ich auch,
was ich bin, das wirst du werden,
eine Asche in der Erden.
Solche Sprüche hatten durchgehend ern¬sten Charakter. Die derb-heiteren Sprüche, die immer wieder in Sammlungen erschei¬nen, dürften sich bei näherer Untersu¬chung als Einfälle des Herausgebers oder als Schöpfungen von Witzbolden erwei¬sen. Der Emst des Todes ist in fast allen Fällen geachtet worden.
Heute finden wir die Totenbretter wieder häufiger, wobei nicht zuletzt der Fremden¬verkehr eine Rolle spielt.
h. Es ist eine alte Gepflogenheit, auf den Gräbern der Verstorbenen Grabmale zu errichten. Das waren (und sind in einzel¬nen Gegenden, etwa in der Ramsau) Holz¬kreuze mit gut geschnitzten Darstellungen (des Schmerzensmannes, der Mater dolo¬rosa, des Auferstandenen; aber auch von Symbolen, so bei Forstleuten oft des Hu¬bertushirsches…). Besonders kunstvoll waren die schmiedeeisernen Kreuze gear¬beitet.
Von all dem ist wenig geblieben. In all der genormten Grabmalsroutine findet man kaum noch ein Grabmal, das künst¬lerischen Ansprüchen genügt. Hier sind die Geistlichen mit den Pfarrgemeinderä- ten und den Künstlern ihres Raumes ge¬fordert, die Friedhöfe wieder individueller zu gestalten. Denn jedes Grabmal bietet die Chance der Verkündigung; es kann Brücke zum Ewigen sein.

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Allerheiligen/Allerseelen und das Totenbrauchtum 3

Der Allerseelentag war früher von vielfa¬chem anderen Brauchtum umgeben, wobei die Schwelle zum Aberglauben (oder zur Kuriosität) oft überschritten wurde. Der Volksglaube hat ja immer daran festge¬halten, daß bestimmte Tote »umgehen«, daß sie als Seelengeister, Irrlichter, aber auch als bestimmte geheimnisvolle Tiere (Frösche, Kröten, Unken…) erscheinen, um ihre Seelenruhe bitten und andere an ihre Schuld erinnern. Peter Rosegger er¬zählt aus seiner Heimat: »Da wird in der Steiermark an diesem Tage keine Tür und kein Tor etwa gewaltsam zugeschlagen, aus Furcht, eine arme Seele zu zerquet¬schen. Da wird kein Messer auf dem Rücken, kein Rechen mit den Zinken nach oben liegen gelassen, aus Vorsicht, daß nicht irgendeine arme Seele darüber stol¬pere, sich ritze oder schneide. Auch darf an diesem Tag keine leere Pfanne über dem Feuer stehen, damit sich nicht unver¬sehens eine arme Seele hineinsetze und elend verbrenne. Ferner ist es unstatthaft, einem Frosch oder einer Kröte etwas zu¬leid zu tun, da man nicht wisse, ob nicht eine arme Seele in Gestalt dieser Tiere an ihrem Tag sichtbar werde.« Wir könnten hier beliebig fortfahren; und man weiß nicht, worüber man sich mehr verwundern soll: über die Angst vor den Toten, aber auch die Sorge und Rücksicht ihnen gegenüber – oder über die Defizite einer kirchlichen Verkündigung über das Leben nach dem Tode.
Geblieben sind bis heute vor allem die Eucharistie für die Toten, die in feierli¬cher Weise in jeder Gemeinde begangen wird, und der Gräbergang zu den ge¬schmückten und mit Lichtem versehenen Gräbern der Angehörigen und Freunde. Während des Gottesdienstes werden die Namen der im letzten Jahr verstorbenen Gemeindemitglieder verlesen. Gelegent¬lich wird (in kleineren Gemeinden) dann für jeden Toten eine Kerze am Altar entzündet.
»Allerheiligenstrietzel« und andere Ge- bildbrote werden bis heute, zumeist von den Paten, ausgeteilt. Dabei sollte die alte Sitte wieder aufleben, für die Toten, nach Empfang der Gabe, zu beten. Wichtig ist es, die Toten nicht nur als Ob¬jekte unserer Gebete und unserer Fürbitte zu sehen, sondern sie als »Vorerlöste« um Fürsprache für die Gemeinde zu bitten. So viele heilige Mütter und Väter würden dann der Gemeinde Wege zu Gott weisen und alle Gemeindeglieder enger mit Gott ver¬binden.
Exkurs: Totenbrauch
Der Mensch heute stirbt nur noch selten zu Hause. Aber er sollte immer (auch wenn er im Seniorenheim oder im Kran¬kenhaus stirbt) von Menschen umgeben sein, die ihn lieben. Den alten Brauch, dem Sterbenden die »Johannesminne«, al¬so geweihten Wein, zu reichen, kann man, wo es möglich ist, pflegen. Der geweihte Wein soll dem Sterbenden den Übergang in die Welt Gottes erleichtern. Ähnliche Bräuche haben in der Geschichte der Menschheit eine lange Tradition.
Der Brauch, im Augenblick des Todes die Uhr anzuhalten, stellt ein »memento mori« dar: der Tote hat »keine Zeit mehr«; er ist in Gottes Ewigkeit eingegangen. Auch für jeden von uns wird bald »keine Zeit mehr sein«.
Die Überführung des Gestorbenen in das Leichenhaus (die Leichenkapelle) und die Aufbahrung dort (wobei der Sarg mei¬stens geschlossen bleibt) hat zur Verar¬mung der Totenbräuche geführt. Die Tabuisierung des Todes, hervorgegangen aus immer größer werdender Todesangst, tut ein übriges. So ist es gut, sich im Zusammenhang mit dem Allerseelentag und dem »Totenmonat« November der Totenbräuche zu erinnern, die sich zum Teil bis heute erhalten haben.
a. Stirbt jemand in christlich geprägter Umgebung, gibt man ihm gewöhnlich das Sterbekreuz (katholischen Christen auch den Rosenkranz) in die gefalteten Hände. Die Angehörigen beten am To¬tenbett. Vor allem in ländlichen Gegen¬den wird die »Totenglocke« geläutet, meistens unmittelbar nach Bekanntwer¬den des Todes – ein eindringliches »me¬mento mori« für die Gemeinde. Am Abend der Tage, in denen der Tote »über der Erde steht«, wird der Totenrosen¬kranz gebetet, an dessen Schluß sich die Angehörigen manchmal öffentlich bei de¬nen bedanken, die mitgebetet haben. In den Häusern des oder der Toten brennt das Totenlicht.
Früher blieb der Sarg mit dem Gestorbe¬nen bis zum Begräbnis im Hause. Die Nachbarn (und andere Gemeindemitglie¬der) kamen zum Gebet zusammen und wurden in den Gebetspausen beköstigt. Bis vor einer Generation hat man in be¬stimmten Gegenden Österreichs noch um den Sarg gestorbener Kinder (die man ja wegen ihrer Unfähigkeit zu schwerer Sün¬de bei Gott wußte) getanzt und gebetet.
b. Viele andere Bräuche sind verlorenge¬gangen. So wurde früher in der Rhön beim Tod des Bauern das Vieh »aufge- scheucht«, wurden die Bienenstöcke um¬gerückt; wurde das Saatkorn in andere Säcke gefüllt. In anderen Gebieten wur¬de dem Vieh und den Obstbäumen der Tod ihres Herrn angesagt. In Westfalen geschah das mit den Worten: »Imme, Im¬me, din Herr ist dod, / nu bliew du bi mi in mine Not.«
Wir haben schon davon berichtet, daß bei einem Sterbefall im Haus des Almbauem das Vieh beim Abtrieb nicht »gekranzelt« wird (oder allenfalls einen »Trauerkranz« trägt).

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